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2007-2012: 5 Jahre Radio Neuseenland
|| Letzte Meldungen - Stand 4. Juni 2013: Harthkanal vs. Wasserschlange, Iv. NuKLA
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Neuseenland - Markkleeberger See, Pleiße, Zwenkauer See, Cospudener See: Harthkanal punktet vor Wasserschlange
(04.06.2013) Die „Regionale Arbeitsgruppe Paragraph-4-Maßnahmen“ ist ein Gremium, in dem Vertreter der Landkreise Leipzig und Nordsachsen, der Stadt Leipzig, der Landesdirektion, des Sächsischen Oberbergamts, der LMBV und des Regionalen Planungsverbandes zusammenarbeiten. Der Ausschuss wurde dafür eingerichtet, zu klären, wie, wo und wann die Mittel zur Erhöhung des Folgestandards an ehemaligen Tagebauen (§4 des Bund-Länder-Abkommens zur Tagebausanierung) im Großraum Leipzig eingesetzt werden sollen.


Ein Schild am Cospudener See verdeutlicht die Rolle des Harthkanals für Neuseenland. Foto: br

Im Februar und im April hatte diese Runde zu beraten, wie zukünftig mit dem zwar fortgeführten aber geschrumpften §-4-Förderetat umgegangen werden soll. 50 Millionen stünden für Ost- und Westsachsen insgesamt zur Verfügung, hieß es in einer Pressemitteilung der §-4-Arbeitsgruppe vom 29. Mai. Sieben Millionen Euro seien dabei für den Nordraum Leipzig vorgesehen, 17 Millionen für die ehemaligen Reviere im Süden der Messestadt.

Die Ergebnisse dieser Beratungen: In Nordsachsen werden als nächstes die Erschließung einer Badebucht an der S 12 bei Löbnitz, die Anbindung des Nordostbereichs des Werbeliner Sees, der Sportstrand Schladitz und die Strandgestaltung Südufer Hayna angegangen.

Nächste Maßnahmen im Süden Leipzigs: der Harthkanal zwischen Zwenkauer und Cospudener See und die Schiffbarmachung der Pleiße zwischen Agra- und Connewitzer Wehr. Außerdem: Erschließungsmaßnahmen an den Witznitzer Seen, die Weiterentwicklung der Infrastruktur am Störmthaler See und eine Straße am Nordufer des Bockwitzer Sees.

Wohl weiterhin im Blick, aber damit vorerst außen vor: Die Wasserschlange zwischen Pleiße und Markkleeberger See. Dass sie kommen soll, scheint auch den Planern wichtig. Die Arbeitsgruppe in ihrerer Presseaussendung: „Das Anliegen unserer Region besteht darin, auch die ‘Wasserschlange’ nach Möglichkeit mit einer 100-Prozent-Förderung zu realisieren, sobald dafür die Finanzierungsvoraussetzungen gegeben sind.“

Warum sie aber zugunsten des Kanales zwischen Cospudener und Zwenkauer See warten muss, dazu hieß es von §-4-Mittel-Verwaltern: „Ausschlaggebend für die Entscheidung zum Harthkanal war die Erkenntnis, dass ein zeitgleicher Bau der beiden mit dem gleichen Stellenwert versehenen Schlüsselmaßnahmen zum Gewässerverbund ausgeschlossen ist.“ Im Unterschied zur „Wasserschlange“ erwartet man beim Harthkanal Synergieeffekte – wegen seiner Doppelfunktion als touristischer Wasserweg und zur Wasserableitung. Weil diese helfen würden, die geschrumpfte §-4-Kasse zu entlasten, bekam er letztendlich den zeitlichen Vorzug.
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Elsterstausee: Aktionstag und Förderlauf
(29.05.2013)
Am 2. Juni geht am Elsterstausee im Leipziger Südwesten ein nächster Aktionstag über die Bühne. Laut Verein auch bei der 4. Ausgabe wieder mit dabei: der Förderlauf mit rund vier Kilometern Länge. Außerdem werden “viele Programmpunkte” versprochen.


Auf dass es wieder so wird: Elsterstausee - nächster Aktionstag am 2. Juni. Foto: Bernd Reiher

Beginn ist 10.00 Uhr. Für das leibliche Wohl sei gesorgt. Besonders wichtig: Mitglieder des Fördervereins geben auch Auskunft über den Stand der Aktivitäten um die Wiederherstellung beziehungsweise Erhaltung des Elsterstausees als Gewässer. “Es gibt durchaus Möglichkeiten, die finanziellen Angaben der Stadtverwaltung von vier Millionen Euro Wiederherstellungskosten weit zu unterbieten”, so der Vereinsvorsitzende Klaus-Werner Matzelt im Einladungstext.

Für ruhige und besinnliche Stunden im Einklang mit der Natur habe dieses Kleinod durchaus seine Existenzberechtigung neben den belebten Seen in der Umgebung. Auch am Aktionstag haben die Gäste die Möglichkeit, im Rahmen der Fortsetzung der Unterschriftensammlung das Anliegen der Rettungsinitiative zu Anliegen zu unterstützen.
Zur Einladung bei elsterstausee.de
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Kulkwitzer See: Holzspielplatzeröffnung 31. Mai
(23.05.2013) Lange Zeit sah es um die Zukunft des Holzspielplatzes am Kulkwitzer See nicht rosig aus. In den letzten Wochen jedoch häuften sich die positiven Signale vom Westufer des Grünauer Kleinods. Nun ist es offiziell: Am 31. Mai wird der Holzspielplatz wieder in Teilen neu eingeweiht.


Seit 2007 war unklar, wie es mit dem Holzspielplatz weitergeht. Foto: komm e.V./Elke Göbel

Maßgeblich zum Gelingen dieses Schrittes beigetragen hat scheinbar auch die Spenden- und Unterstützungsbereitschaft einiger Leipziger und am See aktiven Firmen und Bürger. “2011 startete der Komm e.V. einen Spendenaufruf zur Neugestaltung dieses Spielplatzes” heißt es in der Einladung zur Wiedereröffnung. Zwar habe es einerseits die so wichtigen und hilfreichen finanziellen Zuwendungen gegeben. Andererseits aber hätten verschiedene Aktionen und Medienmeldungen auf das Anliegen aufmerksam. Dank zahlreicher Unterstützungen sein nun ein Spielschiff aus Holz, eine Doppelschaukel und ein Federtier neu entstanden.

Die Party zur feierlichen Eröffnung geht ab 14.00 Uhr über die Bühne. Sie beendet eine jahrelange Hängepartie mit vielen Fragezeichen: Aus Sicherheitsgründen waren die meisten Spielgeräte des einst beliebten Platzes im Jahr 2007 abgebaut worden.
Zur Einladung

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Stadthafen: Auschreibung, 3000 Quadratmeter, Freifläche, Bewirtschaftung, Zwischennutzung
(10.05.2013) Am Leipziger Stadthafen sind derzeit Freiflächen zu verpachten. Zirka 3000 Quadratmeter stünden zur Verfügung, heißt es in der Ausschreibung der Eigentümerin Stadt Leipzig. Ausschreibungsende ist der 15. Juli. Die Pachtdauer ist begrenzt bis zum 31.12. 2017. Der Mindestpachtpreis liegt bei 0,25 Euro pro Quadratmeter.


Zwischennutzer für 3000 m² gesucht: Stadthafen Leipzig. Foto: Amt für Stadtgrün und Gewässer

Ansprechpartner ist auch in dieser Wassersache Angela Zabojnik vom Amt für Stadtgrün und Gewässer. Die Stadtverwaltung in der Standortbeschreibung über das zu verpachtende Areal: „Das Gelände des zukünftigen Stadthafens befindet sich in der Leipziger Westvorstadt. Die Flächen sind am nordöstlichen Ende der Schreberstraße gelegen. Der zukünftige Leipziger Stadthafen bildet das Herzstück des Gewässerverbundes nahe dem Stadtzentrum. Seit der Saison 2010 können Kanuten an den Stegen der Außenmole aus- und einsteigen, Ausflugsboote an- und ablegen. In den kommenden Jahren wird die ehemalige Industriebrache an der Friedrich-Ebert-Straße zu einem lebendigen Ort mit urbaner Hafenatmosphäre entwickelt.“

In den vier Jahren der Bewirtschaftung des Geländes hat der neue Hafenmeister auch einige Platzwartarbeiten mit zu erledigen. Dazu zählen unter anderem: Parkraumbewirtschaftung, öffentliche Toilette, Verkehrssicherung, Steg-Unterhaltung. Diese Aufgaben sind scheinbar ab Zuschlagserteilung Ende August zu übernehmen. Die vollständige Bewirtschaftung des Schiffsanlegergeländes sei ab April 2014 sicherzustellen.
Zum Exposé
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Floßgraben: Einschränkungen wegen Eisvogelbrut - auch für Paddler vorerst nur wochenends und feiertags nutzbar

(09.05.2013) Schon Mitte April hat es diverse Meldungen von Sichtungen gegeben – jetzt haben die Stadt und der Lankreis reagiert und die Konsequenzen gezogen: Am Floßgraben brüten Eisvögel – der Wasserlauf ist bis Mitte August nur sehr eingeschränkt nutzbar. Die entsprechende Allgemeinverfügung ist mit sofortiger Wirkung in Kraft getreten, hieß es am 8. Mai aus dem Leipzig Rathaus. Die Regelung gilt auch für Paddler.


Floßgraben: Nutzung vorerst eingeschränkt - auch für Paddler. Foto: Bernd Reiher

Der Floßgraben stelle ein ökologisch besonders wertvolles, aber auch sensibles Gewässer im südlichen Auwald der Stadt Leipzig dar, so die Verwaltung zu den Hintergründen. Damit sei das Rinnsal unter anderem Bestandteil des europäischen Vogelschutzgebietes “Leipziger Auwald”. Zum Schutz streng geschützter Brutvogelarten – in diesem Falle der Eisvögel, die zur Zeit am Floßgraben brüten – sei die Stadtverwaltung nach dem Bundesnaturschutzgesetz dazu verpflichtet, vorübergehende Vorkehrungen zu treffen, um die Bruten nicht zu gefährden.

Das Rathaus zu den Einzelheiten der jetzt verordneten Allgemeinverfügung: “Bis zum 15. August ist das Befahren des Floßgrabens mit Wasserfahrzeugen aller Art – auch Kajaks und Kanus – nur noch an Wochenenden (Samstag und Sonntag) sowie an bundeseinheitlichen Feiertagen in den Zeiten von 11.00 bis 13.00 Uhr sowie 15.00 bis 17.00 Uhr gestattet. Außerdem muss das Betreten von beiderseitig 20 Meter breiten Uferbereichen entlang des Floßgrabens untersagt werden.”

Die eingeschränkte Nutzungserlaubnis sei im Rahmen eines verhältnismäßigen Ausgleichs der Interessen der Allgemeinheit an einem wirksamen Schutz des Eisvogels und dem Interesse Einzelner an der eigentlich ungehinderten Freizeitnutzung des nunmehr gesperrten Gebietes getroffen worden, so die messestädtische Presseabteilung schließlich.

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Gekürzte Fördermittel - Podiumsdiskussion: "Wie weiter im Neuseenland?" am 13. Mai
(8.5.2013) Die Friedrich-Ebert-Stiftung lädt am 13. Mai zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema neue Leipziger Ufer ein. Thema des Abends: „Wie weiter im Neuseenland?“ Als Gesprächspartner sind unter anderem die Landtagsabgeordnete Petra Köpping, Großpösnas Bürgermeisterin und Tourismusvereins-Vorsitzende Gabriela Lantzsch, Zwenkaus Stadtoberhaupt Holger Schulz und der Markkleeberger Stadtrat Karsten Schütze vorgesehen.


Weniger Fördermittel = Mehr Fragezeichen: Wie weiter, NSL? Grafik: Friedrich-Ebert-Stiftung

Die Organisatoren des Abends zu den Hintergründen: „Die Wiederbelebung der einstigen Tagebaulandschaft im Leipziger Südraum ist eine Mammutaufgabe für die Region, an der viele Kommunen, das Land und der Bund gemeinsam arbeiten. Viele neue Seen sind entstanden, einige können bereits vollständig genutzt werden. An anderen muss noch gearbeitet werden.“

2012 sei mit stolzen 552.641 Übernachtungen das bislang erfolgreichste Jahr gewesen – ein Zuwachs von 20 Prozent. Aber: Es gebe auch Probleme. Die Kommunen sähen sich durch die geänderte Förderpolitik mit erheblichen finanziellen Belastungen konfrontiert. Bisher hätten die Gemeindeverwaltungen zehn Prozent der Kosten übernommen – jetzt seien es bis zu 25 Prozent.

Diese Kostensteigerungen könnten viele Kommunen nicht leisten. Wie soll es also mit den bereits geplanten Projekten weitergehen? Welche Bedürfnisse haben die Anwohner, welche die Touristen und wie kann dabei die Natur geschont werden? Als Veranstaltungsort wurde der Kleine Lindensaal am Markkleeberger Rathausplatz gewählt. Beginn: 19.00 Uhr. Es wird um Voranmeldung per Post, Fax oder E-Mail sachsen@fes.de gebeten.
Flyer/Anmeldeformular
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Störmthaler See, Baustart Ferienanlage Lagovida: Klares Wasser, mangelnde Transparenz

(1.5.2013) In der Gemeinde Großpösna scheint es weiter Schulungsbedarf in Sachen Pressearbeit zu geben. Hauptamtsleiter und amtierender Pressemann Daniel Strobel war schon mehrfach daran erinnert worden, dass auch für die Verteilung seiner Informationen und Termine das Neutralitätsgebot gilt. Sprich: Niemand wird bevorzugt - Verwaltung hat alle Medienvertreter gleichberechtigt zu behandeln; Netzreporter inklusive, wenn sie schon mehrere Jahre über ein Thema berichten.

Jetzt aber gab es wieder eine Veranstaltung, zu der nur ausgewählte Pressevertreter eingeladen waren – die Grundsteinlegung des Feriendorfes am Störmthaler See. Auch radioneuseenland.de war nicht dabei, weil erneut nicht vorab informiert - war es auch diesmal nur ein Ausrutscher, wie Strobel sonst in solchen Fällen beteuert?


Gemeinde informiert nur selektiv: Beschwerde möglich. Skizze Lagovida, Schütze/Priori Relations

Ende April war dieser Startschuss für den Bau der Ferienanlage gegeben worden. Ihr Entstehungsort findet sich am Südostufer des noch sehr jungen Gewässers - östlich der Magdeborner Halbinsel. Als Investor wird eine Ferienresort Störmthaler See GmbH & Co KG genannt, die die Anlage später auch betreiben soll.

Geschäftsführer ist ein Markus Ludewig. Laut einer von seiner Firma verteilten Pressemitteilung soll sein Verwaltungsgebiet einmal eine Größe von 18 Hektar haben und ganzjährig geöffnet sein. Bis es soweit ist würden den Investoren zufolge 13,5 Millionen Euro verbaut. 4,5 Millionen Euro kämen als Fördermittel vom Freistaat - Topf: Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“.

Weitere Details laut Pressemitteilung der Bauherren: Insgesamt 250 Betten in Dünenhäusern sowie in Ferienhäusern am Hafen – letztere jeweils mit Bootsliegeplätzen. Außerdem soll ein so genannter Wohnmobilhafen entstehen. Der Segelhafen werde mit einem Molensteg daher kommen und 150 Wasser- sowie 50 Landliegeplätze bieten. Weitere Einrichtungen von „Lagovida“ am Störmthaler See: Strandbad, Surfstrand, Abenteuerwald, Fahrradverleih. Die Unterkünfte selbst würden laut Planern Platz für bis zu acht Personen bieten und mit möblierter Terrasse, Smart-TV, Wifi-Zugang und Fußbodenheizung ausgestattet sein.
www.lagovida.de
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Foto der Woche: Elsterbecken, Ohana, Pagode, 21. April 2013, 19:47 Uhr
(24.4.2013) Ob ich kurz auf sein Bier aufpassen könne, fragte mich am frühsommerlichen Abend des 21. April ein Radlerkollege am Zirkus-Imbiss “Zierlich Manierlich” am Elsterbecken – er müsse nur kurz zum Gedichtautomaten.

Automat? Gedicht? Schrägen Blicks nickte ich ab, doch keine drei Minuten später sollte sich meine Skepsis in Überraschung verwandeln – als der Pedalenmann tatsächlich mit einer kleinen Kugel zurückkam. Inhalt: zwei zusammengerollte Zettelchen mit Versen drauf. Hä, Gedichtautomat?: „Ja, steht vorne an der Brücke – zwei Euro rein, zwei Gedichte raus.“


Münze rein – Gedichte raus: Pagode am Elsterbecken. Foto: Bernd Reiher

Ich war perplex und das scheinbar auch sichtlich, denn unter seiner Nase meißelte sich ein kleiner Triumphbogen in des Pedalkollegen Gesicht. Lange war es jedoch nicht, dass ich ihm diese Freude gönnen konnte – ich musste selber los und mich davon überzeugen, was es mit diesem Verse-Apparat auf sich hat.

Was mich dort erwartete? Eine Pagode, genauer die Nachbildung einer P., mit einem ehemaligen scheinbaren Kaugummiautomaten im Bauch. Aufgestellt am Fuße der Zeppelinbrücke an der Ostseite jenes Gewässers, das auch hier nicht Elsterflutbecken oder Elsterflutbett, sondern simpel Elsterbecken heißt. Geschaffen hat sie die Künstlerin Ruth Habermehl. Als Initiatoren werden die Stiftung Bürger für Leipzig und ein Zonta Club Leipzig Elster angeführt.

Zu den Hintergründen heißt es auf einem Hinweisschild: „Ohana, aus Traditionen Japans und Hawais abgeleitet, beschäftigt sich auf literarische Weise mit dem Fluss als Transportmittel. Die Leipziger Installation bietet die Möglichkeit, poetische Texte als geistige Wassertropfen ‘in Fluss’ zu bringen.“ Die blaue Pagode bekleide einen Automaten. Statt Naschwerk gebe der nach dem Einwurf von 2-Euro-Münzen aber transparente Kapseln mit Texten über Mensch und Natur frei. Fünfzehn Poetinnen aus ganz Deutschland hätten sich mit Beiträgen beteiligt.

Was eine Pagode eigentlich ist, darüber heißt es in der Wikipedia übrigens: „Markantes, mehrgeschossiges, turmartiges Bauwerk, dessen einzelne Geschosse meist durch vorragende Gesimse oder Dachvorsprünge voneinander getrennt sind.“ Gebäude dieser Art seien in Vietnam, China, Nepal, Burma, Japan und Korea zu finden.

Ich hingegen stelle für mich nach dieser Begebenheit fest: Mit dem Begriff „Neuseenland“ verbindet sich mittlerweile weit mehr als es die Dauerbrennerthemen Auwald, Tourismus und Motorisierung vermuten lassen. Beispiele wie „Zierlich Manierlich“, Bootshaus Karl-Heine-Kanal, Spreekähne im Wildpark, das Miet-Floß auf dem Cospudener See oder eben die Pagode zeigen, dass es an den neuen Ufern neben Betontristesse und Ausflugskommerz viele kreative Projekte und auch weiter den Platz dafür gibt. Man muss ihn nur nutzen und die richtigen Leute zur richtigen Zeit am richtigen Platz haben - und bei neuen Ideen etwas weniger skeptisch sein.
www.garten-leipzig.net
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Bürgerumfrage Leipzig 2012: Wasserstadt-Entwicklung toll - Sorge um Umwelt und Übernutzung messbar

(16.4.2013) Mitte April hat die Stadt Leipzig die Ergebnisse ihrer Bürgerumfrage 2012 veröffentlicht. Diesmal ging es auch um das Thema „Wasser in Leipzig – Leipzig am Wasser“. Die Erhebung bestätigt: Die neuen Ufer sind auch aus Bürgersicht für die Messestadt und die Leipziger ein Gewinn – gleichzeitig wird das ganze Seenglück aber auch angesichts möglicher Umweltschäden zunehmend kritisch betrachtet.


Gewässernutzung 2012. Quelle: Bürgerumfrage, Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen

Zusammengefasst wurden die Ergebnisse der Umfrage in einem Schnellbericht. Dessen Autoren zum Seen-Kapitel Nummer eins „Beurteilung der Entwicklung hin zur Wasserstadt“: „Die Entwicklung hin zur ‘Wasserstadt’ wird von den Leipzigerinnen und Leipzigern insgesamt begrüßt. 75 Prozent beurteilen diese Entwicklung ‘sehr positiv’ und ‘positiv’. In den unterschiedlichen Altersgruppen gibt es geringe Unterschiede. Tendenziell beurteilen jüngere Befragte die Entwicklung etwas positiver als ältere Befragte. Demzufolge stehen Rentner, aber auch Arbeitslose der Entwicklung etwas skeptischer gegenüber.“

Eine weitere Seenrubrik der Bürgerumfrage lautete „Freizeitaktivitäten rund um das Wasser“. Die Schnellberichts-Redakteure zu deren Ergebnissen: „Bewegung am und im Wasser sowie Strandbesuche sind die beliebtesten Freizeitaktivitäten auf und an den Gewässern der Stadt bzw. dem Leipziger Neuseenland. Zwei von drei Bewohnern haben ihre Freizeit im Jahr 2012 mindestens einmal auf diese Art und Weise verbracht. Auch ein Café-/Restaurantbesuch am Wasser wurde von mehr als der Hälfte der Befragten im Jahr 2012 unternommen. Immerhin gut jeder vierte Befragte hat auf den Leipziger Gewässern zudem eine Fahrt mit einem muskelbetriebenen Boot unternommen. Die Hälfte dieser Nutzer (13 Prozent der Einwohner insgesamt) hat 2012 mehr als eine Fahrt mit einem muskelbetriebenen Boot unternommen.“


Wachsende Umwelt-/Übernutzungssorge auch in Bürgerumfrage sichtbar. Grafik: Stadt Leipzig

Letzte Bürgerumfrage-Abteilung zum Thema Seenregion Leipzig: „Zustimmung von Aussagen zur Gewässernutzung“. Dazu die Autoren im Schnellbericht: „An den Aktivitäten zur Gewässernutzung gefallen vor allem die sich damit ergebenen neuen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und die Attraktivität für Touristen. Aber auch der Zugewinn an Lebensqualität ganz allgemein verbunden mit Ruhe und Erholung am Wasser und einer neuen Perspektive auf die Stadt wird von einer deutlichen Mehrheit der Leipzigerinnen und Leipziger positiv beurteilt. Während etwa vier von fünf Leipzigerinnen und Leipzigern die Entwicklungen tendenziell positiv beurteilen, scheint etwa ein Fünftel eher skeptisch zu sein. Hier sorgt man sich vor allem um das ökologische Gleichgewicht und eine mögliche Übernutzung der Gewässer.“
Zur Bürgerumfrage
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LeipzigBoot: Neuer Landepunkt Karl-Heine-Kanal
(28.3.2013) Die Kapitäne der Markkleeberger Ranaboot GmbH ließen Ende März wissen: “Ab neuer Saison verfügen wir über einen weiteren Start- und Zielpunkt am Riverboat Karl-Heine-Kanal. Die Zufahrt für unsere Fahrgäste erfolgt über die Erich-Zeigner-Allee 45 (Villa Rossa).”


LeipzigBoot unter Schreberbrücke am Stadthafen im Juli 2011. Foto: Bernd Reiher

Parkplätze und Toiletten seien jetzt genügend vorhanden und nutzbar. Das einstige “Riverboat” könne für Festlichkeiten aller Art genutzt werden. “Je nach Bedarf und Anfrage werden wir dann ab dort wieder einstündige Rundfahrten anbieten können” hieß es aus der Markkleeberger Seefahrerzentrale weiter. Der Liegeplatz Stadthafen Schreberstraße bleibe vorerst weiterhin aktiv.

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Wegen spätem Frühling: Inbetriebnahme der Schleusen verzögert sich

(28.3.2013) Die Stadt Leipzig teilt mit: "Für die Bootsschleusen in Cospuden und am Connewitzer Wehr kann die Saison nicht wie geplant zu Ostern beginnen." Zwar seien die Anlagen ordnungsgemäß gewartet worden und betriebsbereit. Aufgrund des anhaltenden Frostwetters könnten die Bootsfahrstühle den Betrieb jetzt noch nicht aufnehmen. Der Vorhafen an der Schleuse Cospuden zum Beispiel sei noch vereist, ebenso der Schleusenbereich am Connewitzer Wehr. Damit sei die erforderliche Sicherheit für den Schleusenbetrieb nicht gegeben.


Väterchen Frost hat 2013 einen langen Atem. Ab wann geschleust wird, steht auf leipzig.de

Sobald es die Witterung erlaubt und die Vereisungen an den beiden Anlagen aufgetaut sind, werde der Schleusenbetrieb an beiden Anlagen kurzfristig wieder eröffnet. Das Amt für Stadtgrün und Gewässer werde darüber aktuell in den Medien und auf der Internetseite der Stadt Leipzig unter leipzig.de informieren.

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Foto der Woche: Hainer See, Tenderboot, 10. März 2013, 15:23 Uhr
(10.3.2013) Er tritt langsam aus dem Schatten seiner älteren Brüder, der Hainer See mit seinem Örtchen Kahnsdorf. Die Lagune mausert sich, das Hotel „Seeblick“ wächst, die Mastergenehmigung ist erteilt und Leipzigs Oberbürgermeister ist auch schon da. Schon seit längerem aber wartet das junge Gewässer mit einem Prachtstück auf, das es so an noch keinem der neuen Leipziger Seen zu finden gibt: dem Beiboot eines Ozeandampfers.


Stolzes Geschoss: Tenderboot "Nummer 4" auf dem Hainer See. Foto: Bernd Reiher

Bevor es an die Leipziger Küsten kam war das Tenderboot ein Teil der „MS Deutschland“. Für das Messestadtgewässer klargemacht hat es jener Ingenieur Jens Hank, der am Hainer See auch schon eine Segelschule betreibt. Für den Einsatz im Binnenrevier hat er dem knallorangenen Gefährt zwei Segelmasten verpasst und dem Innenraum Stühle und Tische für seine Segeleleven spendiert. Boot und Bootsmann – beide sind direkt an der Lagune zu finden. Die ist zu erreichen, wenn man mit dem Auto in Rötha von der B95 abbiegt oder in Leipzig mit dem Fahrrad die S-Bahn besteigt.
www.hafenpoller.de
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Störmthaler See: Gemeingebrauch später

(7.3.2013) Der Störmthaler See wird auch weiter nur eingeschränkt nutzbar sein. Die Landkreisverwaltung hat scheinbar Sicherheitsbedenken, das Gewässer für den Gemeingebrauch freizugeben. Als Gründe wurden Untiefen, nicht gefällte Bäume unter Wasser und gefährliche Filterbrunnen angegeben.


Störmthaler See: Das Landratsamt hat noch Bedenken beim Gemeingebrauch. Foto: breiher2011


„Das Landratsamt hat die für April geplante Allgemeinverfügung vorerst auf Eis gelegt“, heißt es dazu beim MDR. Laut Mephisto976 will die Behörde als Zwischenlösung weiter auf Einzelgenehmigungen bauen. Dabei würden Bootsnutzer in Fahrwege, Untiefen und Anlandungsstellen eingewiesen. Dem universitären Lokalradio zufolge würde eine solche Sonderlizenz auch für das neue Fahrgastschiff MS Wachau erteilt. Dessen Besatzung sei geschult und kenne die Gefahrenstellen im See.

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Leipzig, Neuseenland, Hainer See: Masternutzungsgenehmigung
(28.2.2013) Zum Thema Hainer See teilte leipzigseen.de am 26. Februar 2013 mit: “Der Landkreis Leipzig hat an die Blauwasser Seemanagement GmbH die Masternutzungsgenehmigung übergeben.” Der Hainer See bei Kahnsdorf sei bereits komplett vermarktet. Die Gebiete “konzentrieren sich auf die Lagune Kahnsdorf, sowie einen Bereich am Südwest Ufer”.


DIese Kirche im Dorf gelassen: Hainer See. Foto: Bernd Reiher

Seit die Flutung des Tagebaues Witznitz im Jahr 2010 beendet wurde, habe sich der See zu einem begehrten Erholungsgebiet gewandelt. Der Hainer findet sich zwischen Espenhain und Rötha. Zu erreichen ist er mit dem Auto über die B95. Laut Anwohnern sei auch die Kombination von Bahn und Fahrrad eine gute Variante, das junge aufstrebende Gewässer zu entdecken.
leipzigseen.de
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MS Wachau Störmthaler See <<<>>> Markkleeberger See: Fahrplan 2013 ab 29. März
(16.2.2013) Die Bootsführer der im letzten September frisch angelandeten MS Wachau haben den Schiffsfahrplan 2013 für ihre Touren auf dem Markkleeberger und dem Störmthaler See veröffentlicht. In die Vorsaison gestartet wird am 29. März. Gefahren wird bis zum 3. November. Bis zum 3. Mai wird das Schiff nur an den Wochenenden, an Ostern und auf Bestellung ablegen. Täglich unterwegs sein wird das Schiff zwischen Wonnemonat und 6. Oktober.


MS Wachau Markkleeberger und Störmthaler See: Fahrplan ab 29. März. Foto: Bernd Reiher

Fahrpreise: einfache Fahrt von der Seepromenade bis Auenhainer Bucht 5,00 Euro/Kinder 3,00 Euro. Einstündige Rundfahrt 9,00/4,50 Euro. Das Komplettpaket: “Rundfahrt ab Seepromenade Markkleeberg zur Auenhainer Bucht, danach Kanaldurchfahrt mit Schleusung und anlegen, Kanalausfahrt Störmthaler See über Auenhainer Bucht zurück an die Seepromenade Markkleeberg”. Dauer: 2,5 Stunden. Geld: 15,00/7,50 Euro.

Die Inhaber im Fahrplan über ihr Fahrgastschiff “Wachau”: Baujahr 2012 Lux-Werft Niederkassel-Mondorf, gebaut für den Markkleeberger- und Störmthaler See nach dem neuesten Stand der Technik. Länge: 21,45 Meter. Breite: 4,85 Meter. Tiefgang: 1,10 Meter. Antriebsmotoren: 2 Deutz je 125 PS. Stromaggregate: 1 Hatz 30 KW. Antrieb: 2 Schottel SRP 50.”

Den Eignern zufolge sei das neue Fahrgastschiff beheizbar und mit einer Klimaanlage ausgestattet. Die Toilette sei auch mit Rollstuhl benutzbar und mit Wickelkommode ausgestattet. An allen Anlegestellen könne man stufenlos an und von Bord. Insgesamt biete das Fahrgastschiff Platz für 130 Personen – davon 70 Personen im Salon und 60 Personen auf dem Sonnendeckbereich.
Zum Fahrplan
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Elstermühlgraben: Bürgerrunde zur Freilegung - Bauvorbereitung ab Februar
(9.2.2013) Es wird ernst mit der Offenlegung des Elstermühlgrabens – noch in diesem Monat und zunächst zwischen Friedrich-Ebert- und Elsterstraße. Das wurde auf einer Bürgersprechstunde am 8. Februar 2013 im Neuen Rathaus bekannt. Als erste Bauvorbereitungsmaßnahme sollen bis Ende Februar “viele” Bäume fallen. Danach werden vorhandene Grabenanlagen rückgebaut und kommt der Kampfmittelbeseitigungsdienst.
Elstermühlgraben:


Von der Beamerleinwand abfotografiert: Planskizze Elstermühlgraben. Foto: br

Vorgestellt wurde die lange erträumte Maßnahme unter anderem von Bürgermeister Heiko Rosenthal und Angela Zabojnik vom Amt für Stadtgrün und Gewässer. Im 12. Jahrhundert sei der Elstermühlgraben angelegt worden und 1961 verrohrt, hieß es dabei zur Geschichte des Wasserlaufes. Das Gesamtvorhaben, also Freilegung dann bis zur Thomasiusstraße, könnte 2018 abgeschlossen sein. Für die drei Flussabschnitte mit vier neuen Brücken werden wohl rund 17 Millionen Euro bewegt. 200.000 Euro kämen Heiko Rosenthal zufolge auch diesmal aus den Töpfen der Allianz-Stiftung.

Der neue gestaltete Elstermühlgraben soll vor allem erlebbar sein, so zumindest hieß es aus den Kehlen der Verwaltung. Sprich: möglichst nah am Wasser begehbar und nicht wie am Ranstädter Steinweg beiderseits bis zur Wasserkante steil gemauert. Heißt: eine Seite mit Natursteinverblendung und die andere mit begrüntem Beton. Auch bei diesem Projekt habe der Denkmalschutz eben mitzureden.

Das allerdings machte auch der Förderverein Neue Ufer. Am Saalmikrofon der Bürgerrunde verwies ein Vertreter dieses Gremiums auf wohl seit Jahren geäußerte Kritik – gerade in Sachen Erlebbarkeit. Hier sei deutlich mehr als eine Alibi-Lösung möglich. Angela Zabojnik sicherte zu, dass die Ideen des Fördervereines aufgenommen werden. Keine Antwort gab es von ihr auf die Gegenfrage: Nur aufgenommen oder werden sie auch gehört?

In einer anderen Wortmeldung aus Bürgerkreisen ging es auch an diesem Freitag-Abend um den Leipziger Gewässer-Brennpunkt Motorboote. Nein, so die Verwaltungsvertreter, für die ist am Stadthafen Schluss. Dessen Gelände sei übrigens mittlerweile komplett in städtischer Hand, ließ Rosenthal am Rand der Veranstaltung wissen. Damit könne man nun ein Betreiber-/Investorenverfahren initiieren.
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Zwenkauer See: Weißer Elster, Hochwassereinleiter, Zitzschen, fertig
(8.2.2013) Die Stadt Zwenkau teilte am 8. Februar 2013 mit: “In der ersten Februarwoche 2013 war es soweit: Das Hochwasserentlastungsbauwerk der Weißen Elster bei Zitzschen wurde fertig gestellt und konnte seinen Probebetrieb aufnehmen.” Bei entsprechendem Aufkommen würden hier von nun an zwei Kubikmeter Elsterwasser pro Sekunde in den Zwenkauer See geleitet. Damit rücke das Ziel des Endwasserstandes deutlich näher.


Eher endgeflutet dank Weißer Elster und Einleiter: Zwenkauer See. Foto: Bernd Reiher, 12/2011

Bei entsprechender Wasserführung solle auch das “Szenario der Hochwasserableitung” durchgespielt werden – damit würde auch ein Großteil des Querschnitts der Flutrinne mit Wasser bespannt sein. “Probebetriebsbedingt kann es zu Vollsperrungen des Rundweges im Bereich der Flutrinne kommen”, ließ die Kommune weiter wissen. Eine Umgehung am Entlastungsbauwerk sei nicht möglich. Der gesamte Bereich des Rundweges sei noch Betriebsgelände der LMBV, stehe noch unter Bergrecht und könne unter Umständen nurnur eingeschränkt benutzt werden.”
www.zwenkau.de
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Zitat der Woche: Markkleebergs OBM Klose in den Stadtnachrichten über Brückenpläne Gaschwitz-Markkleeberger See
(2.2.2013) Dr. Bernd Klose ist der Oberbürgermeister der Stadt Markkleeberg. In der Februar-Ausgabe der Markkleeberger Stadtnachrichten äußert er sich zum Gaschwitzer Brückenbauprojekt über die B2 hin zum Markkleeberger See und lässt weitere Details durchblicken.


Bei einer Diskussionsrunde im Lindensaal: M´bergs OBM Dr. Bernd Klose. Foto: berndreiher/2010


Klose im städtischen Infoblatt: “Ab Februar 2013 soll als erster Bauabschnitt der Verbindung Gaschwitz – Markkleeberger See die Brücke über die Pleiße in der Cröbernschen Straße instand gesetzt werden. Danach schließt sich der Brückenbau über die B2 ab 2014 zum Markkleeberger See an. Dieser Weg wird zwischen Gaschwitz und Auenhain ein Fuß- und Radweg sein, der auch die Zufahrt von Wirtschafts- und Rettungsfahrzeugen sowie eventuell eines öffentlichen Busses ermöglichen wird.”
Zum Beitrag

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Elsterstausee: Bericht Arbeitsgruppe
(1. Februar 2013) Der Fördervereien Elsterstausee teilte am 31. Januar 2013 mit: „Am 17. Januar fand nach eineinhalb Jahren die zweite Zusammenkunft der Arbeitsgruppe Elsterstausee statt.“ Frau Kunath, Leiterin des Amtes für Stadtgrün und Gewässer, habe im Auftrag von Bürgermeister Rosenthal fachkompetente Vertreter ihres Amtes, der Unteren Wasserbehörde, der Stadträte und des Fördervereins eingeladen.


Selbst halbvoll noch eine Idylle: Elsterstausee im Mai 2008. Foto: Bernd Reiher

Die Absender zum Anliegen dieses Treffens: „Laut Stadtratsbeschluss vom 16. Juni 2009 bekennt sich die Stadt zum dauerhaften Erhalt des Elsterstausees als naturnahes Naherholungsgebiet, wenn dies wirtschaftlich vertretbar ist.“ Hauptziel der Beratung sei daher gewesen, die Stadtratsvorlage „Perspektiven des Elsterstausees“ jetzt „zielorientiert vorzubereiten“.

Ergebnisse der Sitzung laut Verein: „Es gibt verschiedene Varianten für eine dauerhafte Befüllung. Die notwendige Energiebereitstellung könnte über Photovoltaik erfolgen. Laut Stellungnahme des Fachbüros für Consulting und Bodenmechanik GmbH sind bei dauerhafter Befüllung des Elsterstausees keine grundsätzlichen Standsicherheitsdefiizite zu erkennen. Eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit ist ebenfalls nicht gegeben.“

Weitere Erkenntnisse: „Die seit 2011 durchgeführte Beweidung des verlandeten Seebodens wird durch mechanische Beseitigung des Baumbewuchses ergänzt. Die Diplomarbeit der Studenten der HTWK hilft bei weiteren Lösungsfindungen. Die Verkehrssicherung für den Rundweg um den Elsterstausee wird fortgesetzt.“

Außerdem habe die „konstruktive Diskussion“ gezeigt, dass es „weitaus kostengünstigere Möglichkeiten für den dauerhaften Erhalt des Elsterstausee als Gewässer gibt, als das Gutachten von 2010 aufzeigte“. Randbemerkung: Auch den Rückbau des Elsterstausees gäbe es „nicht für den Nulltarif“.

Das Fazit der Seen-Aktivisten anlässlich dieser Sitzung: „Der Förderverein wird an dem Ziel, den Elsterstausee als Gewässer zu erhalten bzw. wiederherzustellen dranbleiben und alle Maßnahmen der Stadtverwaltung aufmerksam verfolgen. Viele Anfragen und Hinweise aus der Bevölkerung bestärken uns in unseren Bemühungen.“ Sachdienlicher Vereins-Hinweis am Ende der Meldung zur lange anberaumten zweiten Sitzung der Arbeitsgruppe Elsterstausee: „Wir freuen uns über jeden neuen Unterstützer!“
www.elsterstausee.de
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LMBV: Warnung vor Wintergefahren auf Bergbaufolgeseen
(24.1.2013) Die mitteldeutschen Bergbau-Verwalter teilen mit: “Die LMBV warnt im Rahmen ihrer bergrechtlichen Verantwortung dringend vor dem Betreten der teilweise zugefrorenen Bergbaufolgeseen und Kanäle – es besteht Lebensgefahr!” Ein Teil der Seen in Mitteldeutschland befinde sich noch in der Flutung. Durch die Fremdwasserzuführung könnten sowohl im Uferbereich als auch bei den Wasserflächen unvorhersehbare Verhältnisse eintreten.

LMBV: “Durch den starken und lang anhaltenden Frost hat sich eine teilweise verschneite Eisfläche gebildet. Diese besitzt jedoch unterschiedliche Stärken, weshalb die Gefahr des Einbrechens auf nicht tragfähigen Schichten droht, eine Rettung ist in diesen Bereichen nur schwer möglich. Es gibt daher keine Freigabe für das Betreten, Schlittschuhlaufen oder Eishockeyspielen. Gleiches gilt für alle zu sanierenden Bergbaufolgeseen und Seenverbindungen in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie Thüringen.” Bis zur Herstellung der öffentlichen Sicherheit würden die entsprechenden Bergbaugebiete von der LMBV auch weiterhin mit Verbotsschildern und Absperreinrichtungen versehen.

Dringlicher Aufruf der Grubenbeaufsichtiger: “Wir bitten die Bevölkerung, die entsprechenden Hinweise der LMBV zu respektieren und vor allem auf ihre Kinder zu achten! Bei unbefugtem Betreten übernimmt die LMBV keinerlei Haftung für eventuell auftretende Unfälle und Schäden.”
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"Leipzigs Neue" im Januar: Elsterstausee im Prinzip dicht - Städtische Hinhaltetaktik vermutet
(16.1.2013) Elsterstausee-Fördervereins-Vorsitzender Klaus-Werner Matzelt hat in der Januarausgabe der Monatszeitung „Leipzigs Neue“ Platz für einen Gastbeitrag bekommen. Thema: Natürlich das zwischen Leben und Tod schwebende Gewässer im Südwesten der Messestadt. Titel „Diplomarbeit zum Elsterstausee liegt vor – Fakten und Fragen“.


Bootsverleih-Steg ins Nichts: Elsterstausee im September 2010. Foto: Bernd Reiher

Themenfelder des Artikels: Die Arbeitsgruppe Elsterstausee, die schleppende Zusammenarbeit mit der Stadt und die HTWK-Diplomarbeit „Untersuchung und Bewertung der Baugrundsituation des Elsterstausees mit anschließender Variantenuntersuchung zur Verbesserung der Dichtigkeit“.

Deren wichtigstes Ergebnis aus Sicht des Präsidenten: Der Elsterstauseeboden ist so undurchlässig, wie es die gewählte Konstruktion „Lehmdichtung“ zulässt. Matzelt: „Die Sohle des Stausees ist im Prinzip dicht!“

Die Arbeitsgruppe habe sich erstmals im August 2011 getroffen – eine nächste Zusammenkunft sei für Januar 2013 geplant. Mit an Bord dieser Runde seien unter anderem die Stadträte Sasama, Grosser, Zeitler, Hobusch, Keding und Engelmann sowie Stadtförster Sickert, Bürgermeister Rosenthal und Vertreter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer.

Bei der Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung wird jedoch eine Art „Hinhaltetaktik“ vermutet. Matzelt: „Wir vermissen eine konstruktive Zusammenarbeit.“ Durch eine eventuelle Verzögerungsstrategie vergrößere sich der Bewuchs – dadurch könnten von der Stadtverwaltung selbst Tatsachen für die endgültige Aufgabe des Sees geschaffen werden.

„Leipzigs Neue“ ist auch im Internet vertreten. In der Online-Ausgabe war Matzelts Elsterstausee-Beitrag am 15. Januar jedoch noch nicht zu finden. Das Monatsheft liegt aber in diversen Bibliotheken aus und ist auch käuflich im Zeitschriftenhandel oder per Abonnement zu haben. Ladenpreis: 2,00 Euro. Abo: 1,80 Euro.

Letztlich wirft der Artikel aber auch Fragen auf. Wenn die Sohle im Prinzip dicht ist – warum ist der Elsterstausee dann heute eigentlich leer? Und: Wenn die Elsterstausee-Diplomarbeit der HTWK-Studenten so maßgeblich ist – wann wird sie auch im Netz nachzulesen sein?
www.leipzigs-neue.de
www.elsterstausee.de
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Störmthaler See: Flutung abgeschlossen
(14.1.2013) Die Gemeinde Großpösna teilt mit: “Am 31. Dezember 2012 wurde die Flutung des Störmthaler Sees durch die LMBV abgeschlossen.” Derzeit werde vom Landratsamt die Zulassung des “Gemeingebrauches” vorbereitet, um die künftigen Nutzungen des Sees auf rechtlich sichere Beine zu stellen.


“Gemeingebrauch” in Arbeit: Kanal Störmthaler/Markkleeberger See. Foto: 8_2012/berndreiher

Heißt auf deutsch: Nach Erlass dieser Verordnung brauchen alle darin vorgesehenen Nutzungen des Störmthaler Sees keine Einzelgenehmigung mehr. Oder umgedreht: Alle Nutzungen, die heute als “Gemeingebrauch” definiert werden, sind später automatisch mehr oder weniger geliebter Bestandteil des Störmthaler Sees.

Im entsprechenden Absatz des Entwurfes sind derzeit solche Nutzungsarten wie Baden, Tränken, Schöpfen mit Handgefäßen, Eissport, Befahren mit kleinen Fahrzeugen ohne eigene Triebkraft (Segel-, Ruder-, Falt-, Paddel-, Schlauchboote, Kanus, Schwimmflöße, Kiten, Surfen) vorgesehen. Kleinfahrzeuge seien dabei Gefährte mit einer Länge von maximal 10 Metern.

Es sei beabsichtigt, dass die Verordnung im Frühsommer 2013 in Kraft treten soll, heißt es von den Ortsvorstehern weiter. Laut Gemeindeamt bestehe die Möglichkeit, den Verordnungsentwurf im Landratsamt einzusehen und dazu Stellung zu nehmen.
grosspoesna.de
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Lindenauer Hafen: Bebauungsplan öffentlich

(13.1.2013) Die Leipziger Stadtverwaltung teilt mit: Der Bebauungsplan für den Lindenauer Hafen (zentraler Bereich) wird bis Anfang Februar öffentlich ausgelegt. Der Vorgang “Bebauungsplan Nr. 359 Lindenauer Hafen – Zentraler Bereich” werde dabei in einem “beschleunigten Verfahren nach § 13a des Baugesetzbuchs ohne Durchführung einer Umweltprüfung aufgestellt”.


"Berücksichtigung wertvoller ökologischer Potenziale” – ohne Umweltprüfung? Foto: br

Zur örtlichen Eingrenzung des zu beplanenden Areales heißt es aus dem Rathaus: “Das Plangebiet befindet sich in Leipzig-West, im Ortsteil Schönau zwischen Plautstraße, Lützner Straße, Hafengelände und Lyoner Straße”. Mit dem Bebauungsplan solle “die Rechtsgrundlage für die geplante Umgestaltung des Areals unter Berücksichtigung der wertvollen ökologischen Potentiale für die Naherholung geschaffen werden”.

Der Entwurf des B-Planes und seine Begründung werden vom 8. Januar bis zum 7. Februar 2013 im Neuen Rathaus, Martin-Luther-Ring 4 – 6, 04109 Leipzig, Stadtplanungsamt, vor dem Zimmer 499 ”zu jedermanns Einsicht” öffentlich ausgelegt. Dienststunden: Montag und Mittwoch 8:00 bis 15:00 Uhr, Dienstag 8:00 bis 18:00 Uhr, Donnerstag 8:00 bis 16:00 Uhr, Freitag: 9:00 -12:00 Uhr.
Zur Meldung bei leipzig.de
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Rathaus-Info aus Markkleeberg: Pleißebrücke Gaschwitz wird instand gesetzt - Neue Funktion für die Cröbernsche Straße
(25.12.2012) Die Pleißebrücke in Gaschwitz wird ab 2013 neu gemacht. Wie die Markkleeberger Stadtverwaltung am 21. Dezember mitteilte, scheinen erste Maßnahmen bereits im Gange. Stadtsprecher Kreusch: "Momentan finden vorbereitende Arbeiten an der Pleißebrücke in Gaschwitz statt. Das Bauwerk soll im nächsten Jahr instandgesetzt werden. Auftraggeber für das Vorhaben ist die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV), Baulastträger die Stadt Markkleeberg."


Hinten Gaschwitz, vorne Rost: Die Pleißebrücke an der CH wird neu gemacht. Foto: 24/12/12/br


Auftragnehmer sei die Firma Franz Grötz Bauunternehmung. Die Mitarbeiter der Kabelsketaler Baufirma würden "aller Voraussicht nach" am 4. Februar 2013 ihre Arbeiten beginnen. Laut Planung sei eine Fertigstellung bis zum 31.Oktober 2013 vorgesehen.

Im Zuge der Bauarbeiten soll der komplette Überbau der Brücke abgerissen und mit Fertigteilträgern sowie einer vor Ort gegossenen Platte wieder aufgebaut werden. Die Pfeiler bleiben scheinbar erhalten und werden saniert. Auch die Ausstattung werde erneuert. Unter anderem erhalte das Bauwerk ein neues Geländer.

Die Baustellenzufahrt werde über die Cröbernsche Straße sowie über die Bundesstraße B 2 hergestellt. Für die Bauarbeiten werde vor Ort die Lärmschutzwand zum Teil entnommen. Vor allem Radfahrer müssten sich wegen der Bauarbeiten auf Einschränkungen einstellen. Der intensiv genutzte Pleißeradweg werde im Bereich der Brücke nicht mehr befahrbar sein. Eine Umleitung werde ausgeschildert. Darüber hinaus sei die Cröbernsche Brücke gesperrt.

Der städtische Pressemann vergaß in seiner Medien-Meldung nicht, noch einmal auf die Bedeutung des Vorhabens hinzuweisen. Kreusch: "Die Brücke ist wichtig. Über das dann fertiggestellte Bauwerk soll der zweite Rettungsweg für die Schleuse am Markkleeberger See hergestellt werden. Dies ist für 2014 vorgesehen."
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Petra Köpping: Ringen um §-4-Mittel
(20.12.2012) Die Landtagsabgeordnete Petra Köpping (SPD) teilt mit: In der Plenarsitzung des Sächsischen Landtages stand am Donnerstag der Antrag der SPD-Fraktion „Attraktive Bergbaufolgenlandschaften nachhaltig gestalten“ auf der Tagesordnung. Die Markkleeberger Parlamentarierin Köpping habe sich dabei mit “eindringlichen Worten an den Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP)” gewandt, um “zu verhindern, dass dem Leipziger Neuseenland wichtige finanzielle Mittel verloren gehen”.


Für die Markkleeberger SPD im Sachsenparlament: Petra Köpping. Foto: Bernd Reiher

Durch die Kürzungen der Landesmittel seien Vorhaben gefährdet, die längst durchgeplant und projektiert und dem Ministerium schon seit Jahren bekannt sind. Köpping: “Die langfristige Planung war damals eine Bedingung, die das Ministerium gestellt hatte und der die Kommunen nachgekommen sind – auch unter dem Einsatz eigener Finanzmittel“. Die Gemeinden im Südraum von Leipzig hätten schon erheblich Summen für die Projekte der Bergbaufolgelandschaft aufgewendet.

Die sogenannten Paragraph-4-Mittel seien “reine Landesmittel”, so die Sozialdemokratin weiter. Ganze fünf Millionen Euro habe die Region dem Land Sachsen unterdessen geborgt, weil die Landesmittel knapp wurden. Köpping: „Dies geschah unter der Zusage, dass das Geld mit dem 5. Bund-Länder-Verwaltungsabkommen wieder zurückgezahlt wird.“ Diese Zusage sei dem Minister unbekannt gewesen – weshalb Köpping ihm noch in der Sitzung die entsprechenden Protokolle übergeben habe.

„Der Antrag der SPD wurde zwar im Plenum abgelehnt, dennoch sahen die Regierungsparteien die Notwendigkeit ein, dass die lange geplanten Vorhaben in der Region umgesetzt werden müssen“, so die frühere Landrätin des Landkreises Leipziger Land schließlich. Ihr Fazit: Es könne nicht sein, dass die Gelder, die in die Vorplanung und Projektierung geflossen sind, völlig sinnlos ausgegeben wurden und man mit dem Neuseenland auf halber Strecke stehen bliebe. Dies hätte auch negative Folgen für den Tourismus und die Wirtschaft.
www.petra-koepping.de
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Elektronisch und gedruckt: Flyer für den Geopfad am Markkleeberger und dem Störmthaler See

(18.12.2012) Im Herbst ist er eröffnet worden, jetzt hat die Stadt Markkleeberg dem neuen Geopfad am Störmthaler und dem Markkleeberger auch einen Flyer spendiert. Das Faltblatt enthalte Informationen zur Lage und zum Inhalt der Stelen und gebe “einen kurzen Einstieg in die spannende Erdgeschichte im ehemaligen Tagebau Espenhain”, heißt es auf den Seiten des Störmthaler Sees.


Gedruckt und Original: Geopfad-Flyer vor Geopfad-Stele am Markkleeberger See. Foto: breiher

Die Redakteure in der Broschüre über das Projekt: “Die Landschaft rund um Leipzig veränderte sich wiederholt in dramatischer Weise. Jüngstes Beispiel sind die neuen Seen, die aus ehemaligen Braunkohlentagebauen hervorgingen. Davon zeugten die Erdschichten, die der Tagebau Espenhain freilegte. Geologen fanden hier die Spuren aus Millionen Jahren Erdgeschichte. Kapitel um Kapitel aus diesem spannenden Tagebuch der Erde schlägt der Geopfad an seinen Stationen auf.”

Erhältlich sei das Papier in der Gemeindeverwaltung Großpösna und dem Markkleeberger Rathaus. Eine PDF-Variante wurde auf grosspoesna.de hinterlegt und ist auch über stoermthaler-see.info abrufbar.
Download
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Schon heute großer Nutzungsdruck: Nautisches Gutachten der Landesdirektion macht Ärger - mehr Mitsprache gefordert
(11.12.2012) Das „Nautische Gutachten“ der Landesdirektion Leipzig für die Schiffbarmachung der Leipziger Gewässer hat eine heftige Debatte ausgelöst. Kernthesen des Papieres: Freigabe uneingeschränkten Motorbootsverkehrs weder auf den Fließgewässern noch auf den Seen möglich. Höhere PS-Zahlen schaffen höhere Sicherheit. Es gibt keine fachlichen Gründe, den Antrieb auf Elektromotoren zu beschränken. Lärm spielt auf den Gewässern bei den vorgeschlagenen Geschwindigkeiten keine Rolle. Es wird die Freigabe unterschiedlicher Bootsklassen auf den einzelnen Gewässern und -abschnitten empfohlen.

Das Papier war am 6. Dezember vorgelegt worden. Bereits am Tag darauf hatten sich mit Norman Volger die Grünen aus dem Leipziger Stadtrat zu Wort gemeldet. Volger fragt nach Lärmaspekten, Wasserschutzpolizei und Regelungsvorschlägen. Dass der Floßgraben in diesem Gutachten gleich gar nicht betrachtet wurde, schlage „dem Fass aber dann doch den Boden aus“.

Am Mittag des 11. Dezember meldete sich ein weiterer Umweltverband zu Wort: Jürgen Kasek war es, der für die Leipziger Gruppe des BUND Stellung zu diesem Nautischen Gutachten und seiner Entstehung bezog. „Keine freie Fahrt für Hobby-Kapitäne“ so seine Antwort darauf. Auch er weist auf das schon heute an Sommertagen zu erlebende Phänomen der Übervölkerung der Leipziger Gewässer hin.

Kasek: „Bereits jetzt gibt es auf Teilen der Leipziger Gewässer einen erheblichen Nutzungsdruck und keine Strategie, wie die Regeln auf den Gewässern eingehalten werden sollen. Dass mit einer, wenn auch nur eingeschränkten Erklärung der Schiffbarmachung, der Nutzungsdruck weiter ungebremst steigt und damit auch der Lärm und damit die Umweltbelastung zunehmen, wurde bislang nicht berücksichtigt.“


Gewässer schon heute kaum kontrollierbar: Illegales Motorboot auf der Pleiße. Bild: NABU Leipzig


Weiterhin sei nicht geklärt, inwiefern sensible Bereiche wie der Floßgraben, die derzeit noch außerhalb der Schiffbarkeitserklärung stehen, kontrolliert werden können. Zudem gebe es keinerlei Aussagen zur Unterhaltung der Gewässer.

Kasek: „Mit der Zunahme des Motorbootverkehrs nehmen auch die Wellenbewegungen und damit die Erosion im Uferbereich zu - was hinsichtlich der Unterhaltung der Gewässer und im Bereich des Hochwasserschutzes erhebliche Auswirkungen hat.“ Siehe: Erst jüngst nötige Sanierungsarbeiten am Karl-Heine-Kanal. Ebenso betroffen seien die Nistplätze von Wasservögeln sowie die sensiblen Ökotone der Gewässerufer.

Beiden Gruppen – BUND und B90/Die Grünen – gemeinsam ist aber auch ein gewisses Maß an Empörung ob der Vorgehensweise der Landesdirektion. Kasek: „„Es ist uns unverständlich, warum bei der Vorstellung des Gutachtens die Umweltverbände nicht einbezogen wurden und insgesamt bei dem Verfahren zur Erklärung der Schiffbarkeit die Umweltverbände von Seiten der Landesdirektion außen vor gehalten werden. Erst auf Anfrage hin würde man „in den nächsten Tagen die vollständigen Unterlagen von der LDS erhalten“ - um erst danach - nach sorgfältiger Prüfung - erneut Stellung beziehen können.

Die Landesdirektion wird jetzt von beiden Verbänden aufgefordert, die Träger Öffentlicher Belange - wie einst zugesichert -
endlich intensiver in dieses Verfahren einzubeziehen. Der BUND spricht sich weiterhin dafür aus, an der momentan geltenden Regelung der Einzelgenehmigungen für Motorboote festzuhalten.
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Stellungnahme Bündnis 90/Die Grünen zum Nautischen Gutachten der Lande
sdirektion für Leipzig und Neuseenland
(8.12.2012) Am 6. Dezember präsentierte die Landesdirektion Leipzig (LDL) in der Leipziger Braustaße das “Nautische Gutachten” der TU Dresden für die Schiffbarmachung der Leipziger Gewässer und der Tagebauseen im Umland. Kernthese: Motorboote ja, aber eingeschränkt – Zulassung auf dem Floßgraben weiter ungeklärt.

Dazu ließ die Leipziger Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Grüne, am 7. Dezember die nachfolgende Stellungnahme ihres umweltpolitischen Sprechers Norman Volger verteilen. TItel: “Nichts Genaues weiß man nicht – Landesdirektion verbrennt Zeit und Geld”.


Schlägt dem Fass den Boden aus: Stadtrat Norman Volger. Foto: Bernd Reiher (Archiv, 2010)

„Das Gutachten der Landesdirektion zur Schiffbarkeitserklärung stellt mehr Fragen als dass es Antworten liefert und ist somit nichts wert. Der nun schon eine Ewigkeit andauernde Diskussionsprozess um die wassertouristische Nutzung der Leipziger Gewässer dauert weiter an und wird wohl auch so schnell nicht enden“ kritisiert Norman Volger, umweltpolitischer Sprecher und stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen.

Der Freistaat fördere mit viel Geld seit 2006 das wassertouristische Nutzungskonzept für die Region, die Untersuchungen und die Planungen zum LeipzigBoot und änderte seine Gesetzgebung in Richtung Elektromotoren. Jetzt sage das Gutachten „freie Fahrt für Motorboote“. Trotz hohem Nutzungsdruck sollen aus Sicht des Grünen Stadtparlamentariers mehr PS und höhere Geschwindigkeiten möglich sein.

Volger fragt: "Sicherheitsbedenken? Regelungsvorschläge? Fehlanzeige! Lärm spielt bei den vorgeschlagenen Geschwindigkeiten auch keine Rolle - die Bootsinsassen seien ja eh laut. Wer kontrolliert das eigentlich? Eine Frage, die meine Fraktion immer wieder stellt. Wir haben noch keine Wasserschutzpolizei gesehen. (Die ist nur einmal die Woche unterwegs …) Unterhaltungskosten für die Kommune auf Grund von Uferabbrüchen durch die höheren Geschwindigkeiten spielen ebenso keine Rolle."

Dass einer der heikelsten Abschnitte dieses Schffbarmachungsvorganges aber komplett aus dem Gutachten rausgenommen wurde, schlage dem Fass schließlich den Boden aus. Volger:  "Der Floßgraben stellt im wassertouristischen Nutzungskonzept einen der entscheidendsten Abschnitte dar, da dieser die einzige Verbindung zum Cospudener See ist. Nun könnte man aus Umweltsicht natürlich sagen: Schön, solange da kein Gutachten existiert, gibt es auch keine Schiffbarkeitserklärung. Aber um die letztlich auch politische Entscheidung zu treffen und die Interessen gegeneinander abzuwägen, wäre ein Fachgutachten schon hilfreich. Aber dann bitte eines, das auch wirklich weiter hilft."

Sein Gegen-Vorschlag: "Man fragt gleich die, die sich auskennen. Die erste Beteiligungsrunde der TÖB´s ("Träger öffentlicher Belange" - Anm. d. Red.) fand im Frühjahr 2010 statt. Die LDL hat jetzt zweieinhalb Jahre gebraucht, um zu hanebüchenen Aussagen im Gutachten zu kommen. Wann endlich werden die Träger öffentlicher Belange in einer zweiten Runde einbezogen um endlich klare Regelungen zu finden?"
Pressemitteilung Landesdirektion Präsentation Nautisches Gutachten für Leipzig und Neuseenland
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Rathaus-Info Stadtgebiet: Fütterungsverbot für wild lebende Wasservögel
(4.12.2012) Mit Beginn der kalten Jahreszeit weist das Amt für Umweltschutz wieder auf das Fütterungsverbot für wild lebende Wasservögel an stehenden Gewässern im Leipziger Stadtgebiet hin.
Das Rathaus teilte am 3. Dezember mit: "Die dazu Ende 2010 von der Stadt Leipzig erlassene Allgemeinverfügung erstreckt sich neben dem Kulkwitzer See auch auf mehr als 100 weitere Standgewässer und gilt auch für die jeweiligen Uferbereiche. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden."

Das Füttern von Wasservögeln schade der Umwelt und den Tieren. "Durch die Fütterung werden dem Gewässer Nährstoffe in Form von unverbrauchtem Futter oder auch als Exkrement der Wasservögel zugeführt, wodurch die Gewässergüte beeinträchtigt wird" heißt es aus der Presseabteilung der Stadtverwaltung. Faulende Futterreste würden die Entstehung gefährlicher Bakterien fördern - das wiederum könne Krankheit oder Tod Vögel als Folge haben.

Wild lebende Wasservögel wie Enten und Schwäne fänden ihre Nahrung in der Natur und seien auch während der Kälteperiode nicht auf die Zufütterung angewiesen - mit Wasserpflanzen, Schilf, Wasserlinsen, Insekten, Krebstiere, Schnecken, Würmer sei auch im Winter ausreichend Nahrung vorhanden. Würden die Wasservögel bei starkem Frost an einem Gewässer nicht genügend Nahrung finden, "ziehen sie auf andere offene Wasserflächen weiter", so das Gewässer-Amt schließlich.

Die Allgemeinverfügung einschließlich Übersichtskarte der stehenden Gewässer könne auf leipzig.de abgerufen und eingesehen werden. Faltblätter zum Thema seien in den Rathäusern und Bürgerämtern erhältlich.

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Stiefkind des Leipziger Neuseenlandes - der Elsterstausee: Tätigkeitsbericht Förderverein 2012

(20.11.2012)  Was ist eigentlich aus den Plänen für die Rettung des Elsterstausees geworden? Steht man an den ausgetrockneten Ufern des einstmals stolzen Wasserspeichers, schleicht sich die Vermutung an: Scheinbar nicht viel. Dennoch wird hinter den Kulissen emsig gewerkelt und kontaktiert, zumindest was die Seite des Fördervereines angeht.


Stachel im Fleisch des Leipziger Neuseenlandes: Der ausgetrocknete Elsterstausee. Foto: br

Er hat am 18. November seinen Tätigkeitsbericht 2012 verschickt. Die bittere Erkenntnis der Lektüre jedoch: Der Stadtverwaltung scheint es an Rettungseifer weiter zu mangeln. Hier die bedeutendsten Vereins-Maßnahmen der vergangenen zwölf Monate – unkommentiert und in chronologischer Reihenfolge.

14. November 2011: Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Frau Dr. Barbara Höll und dem Landtagsabgeordneten Herrn Dr. Külow am Elsterstausee. 4. Dezember 2011: Veröffentlichung des Tätigkeitsberichtes. 19. Dezember 2011: Tätigkeitsbericht als Aushang im Wohngebiet.

12. Januar 2012: 250 Unterstützerbriefe an die Stadtverwaltung. 15. März 2012: Auswertung der Bodenuntersuchungen – keine Simacinbelastung. 8. Mai: Diplomarbeit der HTWK-Studenten liegt dem Vorstand vor. 24. Mai – Beratung: Abstimmen der weiteren Vorgehensweise auf der Grundlage der Diplomarbeit. Ablehnen des Förderverein-Antrages auf Mulchen des Stauseebodens durch das Amt für Stadtgrün und Gewässer.

2. Juli 2012: MDR-Interview mit Herrn Dr. Dietze und Herrn Matzelt vom Förderverein. Sendetermin im MDR-Fernsehen am 3. Juli 2012. 17. Juli: Teilnahme von Herrn Dr. Schaar und Herrn Matzelt vom Förderverein am Bürgerforum mit Oberbürgermeister Jung in Hartmannsdorf – Infos zum Umbau der Gefällestufe und eventuellem Abzweig von Elsterwasser in den Stausee. 19. Juli: Übergabe der Diplomarbeit an Bürgermeister Rosenthal durch Herrn Matzelt und Herrn Dr. Dietze.

8. August: Treffen von Herrn Matzelt mit dem Design-Studenten Herrn Reinick, der ein Buch über den Elsterstausee schreiben will. 15. August: Telefonische Information von Frau Schaaf vom Amt für Stadtgrün und Gewässer, dass sie die Diplomarbeit der Studenten zur Begutachtung an das Büro von Stadtrat Dyck geben wird. 31. August: Beschwerde durch den Förderverein über Zustand des Dammweges. Frau Kunath setzt Verein für notwendige Arbeiten ein – Ergebnis unbefriedigend. 11. September: Gespräch von Stadtrat Herrn Grosser und Herrn Dr. Dietze mit der LMBV zu Möglichkeiten der Wasserversorgung des Elsterstausees.

2. Oktober: Treffen von Herrn Matzelt und Herrn Dr. Dietze mit dem Stadtförster Herrn Sickert – Varianten zum aktuellen Umgang am Elsterstausee als Übergangslösung. 6. Oktober: Brief an Herrn Bürgermeister Rosenthal – Hinweis zur Dringlichkeit der Einberufung der Arbeitsgruppe. 16. Oktober: Information über Gespräch Herr Zeitler mit Herrn Bürgermeister Rosenthal – Arbeitsgruppe soll noch im Oktober einberufen werden. 25. Oktober: Mail an alle OBM-Kandidaten mit der Bitte um Unterstützung in der Stauseeproblematik. Frau Höll bittet um Hinweise, wie und wann sie konkret unterstützen kann.

4. November: Mail an Herrn Bürgermeister Rosenthal – dringende Aufforderung zur Einberufung der Arbeitsgruppe. 6. November: Gespräch mit OBM-Kandidat Herrn Wawrzynski, dem Landtagsabgeordneten Herrn Gemkow und Stadtrat Riedel.

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Neuseenland-Petition "Auwaldschutz jetzt!": Übergabe Ende November im Grassi - Noch 539 Unterschriften fehlen
(8.11.2012) Zum aktuellen Stand der Dinge der Petition „Leipziger Auwaldschutz jetzt“ teilten die Verfasser am 8. November mit: „Die Petition wurde zwischenzeitlich beim Petitionsauschuss des Sächsischen Landtages zur Bearbeitung angemeldet. Die Petitions Zeit endet am 29. November um 24.00 Uhr. Bis zu diesem Zeitpunkt kann weiter gezeichnet werden. Unabhängig davon werden wir die Petitionsunterlagen an diesem Tag, zu einem Paket verschnürt an Mitglieder des Sächsischen Landtages persönlich übergeben.“


Grassi-Museum: Am 29. November Übergabeort der Petitionsunterschriften. Foto: Bernd Reiher

Die Weitergabe der Unterschriftensammlung „für naturnahe touristische Nutzung des Auewaldes und gegen kraftstoffbetriebene Motorboote“ an Landtagsabgeordnete und Petitionsausschussmitglieder soll laut Organisatoren im Rahmen des „5. KlassischenKartoffelKonzert“ über die Bühne gehen. Termin: 29. November, 19.30 Uhr. Ort: Zimelien-Saal, Grassi-/Musikinstrumenten-Museum. Künstler des Abends: „Collegium Canticorum“.


Der feierliche Rahmen soll laut Veranstaltern auch symbolischen Charakter haben: „Möchten wir doch zum Ende der Zeichnungsfrist unserer Petition gegen Motoboote auf den Leipziger Auwaldgewässern nochmals ein Signal in Richtung der politischen Entscheidungsträger senden, unseren Bedenken mit der Übergabe tausender Unterschriften Nachdruck zu verleihen und an dieser Stelle den Freistaat Sachsen, die Stadt Leipzig und den Landkreis Leipzig erneut bitten, die mehrheitlichen Wünsche der Bürger zu respektieren und im Sinne eines sanften Tourismus dafür zu sorgen, dass unsere Gewässer und der Auwald, durch den sie fließen, von zusätzlichen Belastungen durch Motorboote verschont bleiben.“

Noch scheint bei der Netzabstimmung allerdings nach oben Luft: „Aktuell fehlen uns noch 539 Unterschriften an der Magischen Zahl: 10 000“ hieß es am 8. November vom initiierenden NuKLA e.v.
Zur Petition
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Schwaches Leipziger Neuseenland - Lieblingsseewahl 2012: Kulkwitzer See auf Platz 6 - Cospudener See auf 14

(6.11.2012) Nach dem Überraschungserfolg des Cospudener Sees im vergangenen Jahr haben die Leipziger Seen bei der Lieblingsseewahl 2012 nur bescheiden abgeschnitten. Bestplatziertes Messestadt-Gewässer wurde der Kulkwitzer See – er schaffte es auf Platz 6. Weitere Leipziger Ufer sind unter den zehn beliebtesten Deutschlands nicht zu finden.

Die Region Mitteldeutschland hat mit dem Geiseltalsee punkten können. Das Gewässer im Süden der Händelstadt Halle/Saale zwischen Bad Lauchstädt und Merseburg hat sich den vierten Platz gesichert. Gewonnen hat die diesjährige Seen-Abstimmung ein anderes Gewässer in Sachsen-Anhalt – der Arendsee bei Salzwedel in der Altmark.

Auf welchem Platz der Cospudener See am Ende der Abstimmung am 31. Oktober gelandet ist, war am Vormittag des 6. November noch nicht bekannt gegeben worden. Am 30. wurde er mit 1,4 Prozent auf Platz 14 gesichtet. Die allerletzte Stimme der diesjährigen Wahl zum Lieblingssee scheint laut Webseite übrigens für den Leipziger Elsterstausee gezählt worden zu sein.

www.seen.de

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"Motor aus - Erholung an": Demo gegen Motorboote im Neuseenland in den Markkleeberger Stadtnachrichten
(1.11.2012) Die Seite für „Parteienwerbung“ in den Markkleeberger Stadtnachrichten ist immer wieder ein interessanter Spiegel aktueller Entwicklungen in der Zwei-Seen-Stadt. Die Ortsgruppe Bündnis90/Grüne nutzte dieses Schaufenster im November, um noch einmal auf eine Protestkundgebung von Anfang Oktober zu verweisen: die Demonstration gegen Motorboote auf den neuen Leipziger Seen am Nordstrand des Cospudener Sees.


Neues Messestadtbild: Mehr Motorboote gefährden auch das neue Surfparadies Leipzig. Foto: br

Die Demo ging am 5. Oktober über die Bühne. Organisiert worden war sie unter anderem von der Grünen Jugend, einigen Bürgerinitiativen und dem NuKLA e.V. Gefordert wurde dabei eine Überarbeitung der sächsischen Wassergesetznovellierung, die eine Zulassung von Motorsportbooten im Neuseenland vorsehen könnte.

„Mehr als 100 Personen, jung und alt, stadtübergreifend, setzten sich so für den Erhalt der Natur und für den Erholungswert des Gebietes ein“ ließ die grüne Ortsgruppe über die Demonstration in den Stadtnachrichten wissen. Zitiert wird auch Sprecher Tommy Penk: „Nautische Untersuchungen in den betroffenen Seen stehen noch aus, zudem lehnt der Großteil der Anwohner und Touristen dieses Vorhaben ab. Selbst das Landratsamt steht einer Freigabe skeptisch gegenüber und befürchtet eine schlechtere Wasserqualität. Leider fanden sich jedoch keine Mitglieder der anderen Stadtratsfraktionen zu diesem Termin ein“.


Motorboote bringen aber auch Zwist an die neuen Ufer: Anti-Motorboot-Demo. Foto: B90/Grüne

Um die Region wirtschaftlich nachhaltig entwickeln zu können, seien Angebote zu schaffen, die den Menschen Naherholung und Sportmöglichkeiten zugleich bieten, heißt es im Ortsblatt weiter. Motorboote seien da kontraproduktiv. Denn, so die Markkleeberger Grünen schließlich: „Bei Geschwindigkeiten von bis zu 30 km/h und einem Lärmpegel von 75 dB, vergleichbar mit einer stark befahrenen vierspurigen Straße, wird Naherholung und ein ruhiges Schwimmen in den Seen nicht mehr möglich sein.“

Zur Anhörung für die Novellierung des Wassergesetzes
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Wasserstadt, Leipzig, Neuseenland, Störmthaler See: Neue Fische eingesetzt
(30.10.2012) Der Störmthaler See hat neue Bewohner bekommen. Am 26. Oktober teilte die Gemeindeverwaltung Großpösna mit: “Vom Angelverband Leipzig e.V., der den Störmthaler See zur Fischereibewirtschaftung pachtet, wurden am 26. Oktober 2012 zirka 4.000 Schleie im Gewässer ausgesetzt.”

Die Aktion soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden. Wie die Gemeinde weiter mitteilte, sei im Frühjahr 2013 der Besatz mit weiteren Fischarten – unter anderem der Maräne – geplant. Die Ortsverwaltung über die messestädtische Fischereivereinigung und ihr Engagement im neuen Leipziger Seenland: “Der Anglerverband Leipzig verfügt mit seinen örtlichen Anglervereinen über langjährige Erfahrungen im Besatz der ehemaligen Tagebauseen.” Er sei unter anderem schon am Cospudener und dem Markkleeberger See aktiv.

www.anglerverband-leipzig.de

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Neuseenland, Leipzig, Markkleeberg, Cospudener See: Fuchshubers neue Ferienwohnungen am "Pier 1" am Start
(17.10.2012) Die neuen Gäste-Wohnungen im Hafendörfchen “Pier 1″ des Cospudener Sees scheinen verfügbar. Schon am 25. September 2012 meldete leipzigseen.de: “Neue Ferienwohnungen in Markkleeberg am Pier1 des Cospudener Sees. Der Blick auf den Hafen ist inklusive.”


Zuwachs für das Hafendörfchen: die neuen Ferienwohnungen am 16. Oktober 2012. Foto: br

Ab April 2013 würden die zwanzig neuen Herbergen vermietet. Eckdaten: 30 m² pro Einheit kosten in der Hauptsaison April bis September 70,00 Euro für zwei Betten-Belegung und 90,00 Euro bei Vier-Bett-Buchung. Jeweils werden 19,00 Euro Endreinigung berechnet. Preise in der Nebensaison (Oktober bis März): 60,00 Euro für die Zwei-Bett-Variante; 80,00 Euro bei Vier-Bett-Belegung.

Die Redakteure von leipzigseen.de zur Ausstattung der Gäste-Wohnungen: “Balkon mit Tisch und Stühlen/kleine Küche mit dem nötigen Geschirr/eine kleine Auswahl an diversen Getränkegläsern/Wasserkocher/Toaster/Kaffeemaschine/Fernseher.” Ein Parkplatz befinde sich unmittelbar am Hafen. Für tretbare Zweiräder stehe ein Fahrradschuppen zur Verfügung. Info und Buchung via Telefon: (0341) 356510. Mailkontakt: info@cospuden.de
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Zum Beitrag bei leipzigseen.de
Interview zum Baustart vom Mai 2012
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Schwimmende Kirche Vineta, Störmthaler See: Landesrechnungshof moniert Fördermitteleinsatz
(13.10.2012) Die schwimmende Kirche “Vineta” auf dem Störmthaler See ist ins Visier des sächsischen Landesrechnungshofes geraten. Die Aufsichtsbehörde bemängelt in ihrem Jahresbericht 2012 unter anderem fehleingesetzte Fördermittel.


Kunstobjekt und Veranstaltungshaus: Seekirche Vineta beim Einschwimmen. Foto: Bernd Reiher

Die Buchprüfer auf Seite 155 ihres Berichtes zu den Hintergründen ihrer Kritik: “Die Gemeinde Großpösna beantragte 2001 zur Planung und Realisierung des ‘Kunstobjektes Vineta’ als Seemarke auf dem Störmthaler See Mittel in Höhe von 300.000 DM (153.400 Euro).”

Der von der Gemeinde eingereichte Maßnahmevorschlag zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards sei jedoch gegenüber dem ursprünglichen Antrag um einen in das Kunstwerk integrierten, ökologisch und technologisch innovativen Veranstaltungsraum erweitert. Danach sollten die Gesamtkosten bei insgesamt 871.500 Euro liegen.

Das Problem aus Sicht der Kassenprüfer: “Genehmigt wurde der Bau eines schwimmenden Gebäudes in Form einer teilweise in den Fluten versunkenen Kirche des devastierten Ortes Magdeborn mit der Projektbezeichnung ‘Vineta’.”

Laut sächsischem Wirtschaftsministerium (SMWA) zählten aber auch Kunst- und Ausstattungskosten zur Maßnahme, da Mittel der Braunkohlesanierung Impulse für die Folgenutzung schaffen sollten.

Der Rechnungshof jedoch sieht in der Erweiterung des Projektes ‘Vineta’ vom Kunstobjekt hin zum Veranstaltungsort ein Vorhaben, das auch von der Gemeinde hätte finanziert werden können. Die Rechnungshüter stellten daher fest: “Mittel der Braunkohlesanierung sollen der Erhöhung des Folgenutzens dienen, nicht aber jede sich an die Sanierung anschließende weitere Nutzung abdecken.”

Der Sächsische Rechnungshof empfehle daher dem Landtag, das Wirtschaftsministerium aufzufordern, auf “eine streng zweckgebundene Förderung hinzuwirken, um Mitnahmeeffekte auszuschließen.”

Betreiber des Veranstaltungsbetriebes auf der “Vineta” ist die Krystallpalast Leipzig GmbH des Rüdiger Pusch. Auf dem Kulturplan standen 2012 unter anderem Lesungen und Konzerte mit Tino Standhaft, “Nordic Nights”, “Five Gentlemen” und Christian von Aster.
Außerdem kann das Objekt für Hochzeitsgesellschaften und für “Exklusive Feiern” gemietet werden. “Egal ob Firmenfeier, Kundenpräsentation, Tagung oder Familienfest – wir haben das passende Ambiente für jeden Anlass” heißt es dazu online bei den Betreibern.
Zum Jahresbericht des Rechnungshofes
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Markkleeberger See: Neue Linienschifffahrt im Leipziger Neuseenland gestartet
(26.09.2012) Neues Kapitel der Linienschifffahrt auf dem Markkleeberger See: Die neu gebaute und erst vor wenigen Tagen eingetroffene Personenfähre hat den Fahrbetrieb aufgenommen. “Täglich zwischen 11 und 17 Uhr ist das neue Fahrgastschiff auf dem Markkleeberger See unterwegs und lädt zu Rundfahrten ab der Seepromenade oder ab dem Anleger in der Auenhainer Bucht ein” heißt es dazu seit dem 25. September bei markkleeberg.de. Wochenends und feiertags verkehre das Schiff bereits ab 10.00 Uhr und am Abend bis 18.00 Uhr.


Flaggschiff: Die neue Personenfähre an der Seepromenade des Markkleeberger Sees. Foto: br

“Dank der Kopflander-Konstruktion können auch Fahrtgäste mit Rollstühlen oder Rollatoren an allen Anlegern bequem einsteigen” ließen die Markkleeberger Informationsmitarbeiter weiter wissen. Auch Fahrräder, Fahrradanhänger, Handwagen und ähnliches würden auf dem Schiff transportiert. Besonderer Hinweis: “Das moderne Fahrgastschiff steht mit seiner Bordgastronomie auch für Sonderfahrten, Feierlichkeiten und geschäftliche Anlässe zur Verfügung.”

Noch ist das neue Vorzeigestück der Markkleeberger See-Flotte namenlos unterwegs. Ändern soll sich das am 8. Oktober 2012. An diesem Tag ist für 15.00 Uhr die Schiffstaufe angesetzt. Sie soll am ebenfalls neuen Anleger an der Seepromenade über die Bühne gehen. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Fahrplan 2012 bei waldeck.net
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"Motorboote? Ohne uns!" am 5. Oktober: Grüner Demonstrationsaufruf für Cospuden und Neuseenland
(25.9.2012) "Die derzeit geplante Novelle des sächsischen Wassergesetzes mit der möglichen Freigabe von Sportmotorbooten auf den Gewässern im Neuseenland sorgt für großen Unmut bei Bürgerinnen und Bürgern" hieß es am Vorabend des 25. September aus der Pressestelle der Markkleeberger Grünen. Vor kurzem habe sich sogar der sächsische Umweltminister für Motorboote auf den Seen ausgesprochen.


Politischer Tauschhandel im Spiel? Mehr §-4-Mittel, dafür Motorboote akzeptieren? Foto: br

Der grüne Kreisverband ist entsprechend auf der Palme und ruft für den 5. Oktober zum Protest an den Cospudener See. Der Markkleeberger Tommy Penk: "Wir wollen die derzeitigen Planungen nicht einfach so hinnehmen. Bereits jetzt haben wir die Grenze des Machbaren mit über 100 Ausnahmeregelungen für Motorboote erreicht. Die geplante Regelung ist wirtschaftlich nicht sinnvoll und beeinträchtigt Anwohner, Touristen und die Umwelt. Je mehr Menschen sich gegen Motorboote auf unseren Gewässern aussprechen, desto stärker wird der Druck auf den sächsischen Landtag und deren Abgeordnete, sowie der Landesdirektion endlich nachhaltig und sinnhaft für uns, unsere Umwelt und unsere Zukunft Entscheidungen zu fällen.“ Der Beginn am 5.Oktober ist für 16.00 Uhr eingetaktet. Treffpunkt: Nordstrand Cospudener See.

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LMBV, Neuseenland und Störmthaler See: Ab 2013 Ferienresort auf Magdeborner Insel im Bereich Grunaer Bucht geplant
(22.9.2012) Die LMBV teilt mit: “Wie die Bürgermeisterin von Großpösna, Dr. Gabriela Lantzsch, und Architekt Rüdiger Renno kürzlich informierten, beabsichtigen Investoren ab dem Frühjahr 2013 eine Ferienanlage mit Hotel, Ferienhäusern und Caravan-Stellplätzen auf der Magdeborner Halbinsel am Störmthaler See zu errichten.”


Störmthaler See: Kanal zum Markkleeberger See im September 2012. Foto: Bernd Reiher

Rund 12,5 Millionen Euro seien für den Hochbau des Vier bis Fünf-Sterne-Resort geplant; weitere sechs Millionen Euro für die Erschließung notwendig. Die Baupläne sollten noch im September 2012 eingereicht werden. Der notwendige Bebauungsplan für die Halbinsel sei bereits in Kraft.

LMBV: “Konkret vorgesehen sind im künftigen Hotel am Hafen 36 Doppelzimmer. Rund 14 Ferienhäuser sollen über dem Wasser sowie 23 in den angrenzenden Dünen entstehen. Alle Ferienhäuser sollen über Kamin und Sauna verfügen.” Abgerundet werde das geplante Resort mit 90 Wohnmobil-Stellplätzen und 150 Liegeplätzen für Boote. Alle Stellflächen sollen über eigene Grünflächen und Seeblick durch eine terrassenartige Anlage verfügen. Auch ein kleiner Badestrand sei angedacht.

Die künftige Hafenmauer in der Grunaer Bucht auf der Magdeborner Halbinsel sei bereits im Zuge der Bergbausanierung der LMBV entstanden. Die Flutung des Störmthaler Sees im Gebiet des ehemaligen Tagebaus Espenhain befinde sich bereits in der letzten Etappe durch die LMBV.

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Foto der Woche: Leipziger Neuseenland, Markkleeberger See, Schiffsanleger Seepromenade, 5. August 2012, 11.33 Uhr
(6.8.2012) “Ein Schiff wird kommen” heißt es seit 29. Juli auf markkleeberg.de. Und: Es wird auch anlegen können. Denn Anlass der Meldung war der neue Schiffsanleger am Markkleeberger See, der scheinbar Ende Juli eingesetzt worden ist.


Zukünftig zentraler Haltepunkt: Schiffsanleger, Seepromenade, Markkleeberger See. Foto: br

Laut Markkleeberger Stadtverwaltung soll der neue Bootslandeplatz zukünftig als Anleger und Liegeplatz zugleich dienen. Am Passagiersteg sollen bis zu zwei Schiffe gleichzeitig festmachen können. Außerdem sollen rings um die wässrige Anlage noch weitere Einrichtungen folgen. Das Rathaus spricht von einem “Betriebs- und Servicegebäude, das der Schiffsbetreiber direkt an der Seepromenade zur Unterbringung von Ticketverkauf und Logistik für den Schiffsbetrieb” errichten wolle.Laut Markkleeberger Stadtverwaltung soll der neue Bootslandeplatz zukünftig als Anleger und Liegeplatz zugleich dienen. Am Passagiersteg sollen bis zu zwei Schiffe gleichzeitig festmachen können. Außerdem sollen rings um die wässrige Anlage noch weitere Einrichtungen folgen. Das Rathaus spricht von einem “Betriebs- und Servicegebäude, das der Schiffsbetreiber direkt an der Seepromenade zur Unterbringung von Ticketverkauf und Logistik für den Schiffsbetrieb” errichten wolle.
markkleeberg.de

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Grüner Alarm: Gesetzentwurf Jedermann-Motorboote in Leipzig und Neuseenland
(21.7.2012) Das sächsische Umweltministerium hat den Entwurf für eine Novelle des Wassergesetzes veröffentlicht. Die Vorlage sorgt für Unmut. Der erregt sich an Absatz eins und zwei des vorgesehenen Paragraph 17: „Schiffbare Gewässer dürfen im Rahmen des Schifffahrtsrechts von Jedermann mit Wasserfahrzeugen befahren werden. Schiffbar sind außer den Binnenwasserstraßen des Bundes, die dem allgemeinen Verkehr dienen, die in der Anlage 2 Nummer 1 bezeichneten Gewässerstrecken. Eine Gewässerstrecke nach Anlage 2 Nummer 2 ist schiffbar, sobald die zuständige Wasserbehörde gestgestellt hat, dass das Gewässer für die Nutzung fertiggestellt ist.“ Dabei sei anzuordnen, ob und welche Gewässerteile dauerhaft von der Nutzung ausgeschlossen sind.


Schon heute viel Betrieb: Cospudener See 2010. Foto: Bernd Reiher

Jedermann-Motorboote auf den Leipziger Seen? Interessant für das Neuseenland wird es tatsächlich, wenn man sich mit der benannten Anlage 2 Nummer 2 auf Seite 66 der Vorlage beschäftigt. Hier sind unter anderem der Cospudener, der Störmthaler, der Zwenkauer und der Markkleeberger See gelistet. Geplante Nutzungsart jeweils: Fahrgastschifffahrt und nichtmotorgetriebene Sportboote. Sowie: motorangetriebene Sportboote.

Scheinbar als erste auf diesen Vorgang aufmerksam geworden und dementsprechend den Alarmknopf gedrückt: Die Markkleeberger Grünen. Man stelle sich gegen den Gesetzentwurf, hieß es in einer dazu verteilten Pressemitteilung. „Dies wäre ein massiver Eingriff gegenüber der Umwelt, dem Natur- und Artenschutz sowie gegenüber Anwohnern und Touristen. Diese lehnen mehrheitlich den privaten Motorbootverkehr ab. Nach jahrzehntelangem Tagebau müssen Anwohner und Umwelt doch nicht weiterhin Lärm und Belastungen ausgesetzt werden“, so Sprecher Tommy Penk.

Bei ihren Einwendungen berufen sich die Markkleeberger Umweltpolitiker auch auf eine jüngst von der Leipziger Industrie- und Handelskammer veröffentlichten Studie zum Tourismus in der Messestadt. Hier sei individueller Motorbootverkehr als mögliche Option nicht einmal erwähnt. Vor Großprojekten werde gewarnt. Stattdessen setze man auf naturverträglichem Tourismus – kombiniert mit dem breiten Kulturangebot Leipzigs.

Der Einsatz von Motorbooten habe laut IHK sogar wirtschaftliche Nachteile. Die Gründe aus Sicht der Grünen: „Die Attraktivität in der Nähe der Seen zu wohnen sinkt, ebenso die Grundstückspreise. Desweiteren werden sich Touristen einen anderen Ort zu Erholung aussuchen. Damit entgehen Stadt und Gastronomie auch wichtige Einnahmen.“ Hinzu käme, dass nautische Untersuchungen zu den möglichen Gewässerkursen längst noch nicht abgeschlossen sind.

Daher werde mit diesem Gesetzestext-Vorstoß „eindeutig der zweite Schritt vor dem ersten gemacht“. Alle Einwohnerinnen und Einwohner seien jetzt aufgerufen, sich mit Hinweisen und Einwendungen zu diesem Entwurf an das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft sowie ihre Landtagsabgeordneten zu wenden. Dies solle unbedingt wahrgenommen werden – immerhin ist bürgerlicher Einspruch auch in Sachsen nicht mehr so kraftlos, wie oft noch vermutet. Als Beispiel erinnern die Markkleeberger Grünen an den vor knapp vier Jahren ausgetragenen Streit um den Zöbigker Winkel: „Bereits 2009 konnte mit einen breiten bürgerlichen Engagement die Bebauung des Südufers am Cospudener See verhindert werden.”

Zum Referentenentwurf
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Pressemitteilung Simone Luedtke, OBM Borna: Landtagsabgeordnete in der Verantwortung bei Paragraph-4-Mittel-Kürzung
(21.7.2012) In den letzten Jahren wurden zahlreiche Projekte mit Hilfe von Paragraph-4-Mitteln realisiert. Zum Beispiel die Verbindungsstraße von der B95 nach Haubitz, die Verbindung von Borna nach Großzössen, die Fabrikstraße oder die Verbindung von Witznitz zum Maschinenhaus. Andere Projekte sind in der Planung, stehen aber aufgrund der vorgesehenen Kürzung der Paragraph-4-Mittel auf der Kippe. So zum Beispiel ein geplanter Radweg entlang der früheren Gleisstrecke von der S50 zur B93 oder die Ortsverbindung Borna-Dittmannsdorf.


Apell an regionale Landtagsabgeordente: Simone Luedtke, OBM Borna. Foto: Stadt Borna

Dazu Oberbürgermeisterin Simone Luedtke: „Wenn Wirtschaftsminister Sven Morlok die Kürzung der Paragraph-4-Mittel damit begründet, dass Steuergelder effizient verwendet werden müssen, hat er im Prinzip Recht. Steuermittel müssen effizient verwendet werden. Aber leider vergisst er zu erwähnen, dass diese und andere Kürzungen im Haushalt einen ganz anderen Hintergrund haben. Der Freistaat muss Gelder kürzen, weil sich die SachsenLB über Jahre hinweg verzockt hat und jetzt alle dafür gerade stehen müssen, dass ein paar Landespolitiker das große Rad drehen wollten.

Hier vor Ort, wo man solide gewirtschaftet und viel erreicht hat, dürfen die Bürger und die Kommunen nicht für die schwerwiegenden finanzpolitischen Fehler der heutigen und der früheren Landesregierungen in Haftung genommen werden. Denn wir wollen Steuergeld nicht mittels einer irischen Tochtergesellschaft auf dem amerikanischen Immobilien- und dem internationalen Finanzmarkt verzocken, sondern wir wollen mit dem Geld die Zukunft unserer Region aktiv gestalten.

Daher fordere ich die Mitglieder des Sächsischen Landtages – insbesondere die aus unserer Region – dazu auf, sich aktiv gegen eine Kürzung der Mittel zu wenden. Die endgültige Entscheidung liegt in der Hand der gewählten Volksvertreter.“
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Die Deutsche Welle schaut auf Leipzig: "Drei Reise-Tipps" für die Messestadt in Bild und Ton
(12.7.2012) Die Schönheit an der Pleiße war im Mai Thema der Sendereihe “hin&weg” des Auslandsdienstes Deutsche Welle. Empfohlene Ziele der Redakteure in der Messestadt waren unter anderem ein Bistrowagen am Palmengartenwehr, das Café “Waldi” und der Bistumsturm am Cospudener See. Die Sendung “Leipzig – drei Reisetipps” mit Claudia Biehne als Tipp-Geberin steht auch als Download-Version zur Verfügung.
Download
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Leipzig, Auwald, Pleiße: Schleuse Connewitz wieder in Betrieb
(10.7.2012) gewaesserverbund.de ist das Gewässerinformationsportal des Zweckverbandes Kommunales Forum Südraum Leipzig. Thema des weltweit vernetzten Schaukastens: Meldungen zum Touristischen Gewässerverband in der und rund um die Messestadt Leipzig.


Schleuse Connewitz im Oktober 2011. Foto: Bernd Reiher

Nachdem der Wasserfahrstuhl im Auwald kurz vor Beginn der Hochsaison offline gehen musste, heißt es bei gewaesserverbund.de am 5. Juli: “Die Reparaturarbeiten an der Schleuse Connewitz sind abgeschlossen. Sie ist wieder voll funktionsfähig und nutzbar.” Angaben zu den Hintergründen der sommerlichen Schließzeit wurden keine gemacht. Ebenfalls kommentarlos verschwunden: Die Meldung “Achtung – Hochwasser!”.

gewaesserverbund.de
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Zwenkauer See: Informationen zur MS Santa Barabara
(5.7.2012) Die Reederei Zwenkau GmbH hat scheinbar eine neue Adresse und neue Telefonnummern. Laut Zwenkauer Stadtverwaltung residieren die Betreiber der MS Santa Barbara jetzt in der Leipziger Straße 165 in 04442 Zwenkau.

Telefonisch sollen sie dort seit Mai unter 034203/43 57 17 erreichbar sein. Das Faxgerät schaltet sich dem Rathaus zufolge nach dem Wählen der Nummer 034203/43 57 20 ein. Die ursprüngliche Durchwahl 0341/33 757575 soll noch bis Jahresende funktionieren.
www.ms-santa-barbara.de
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Medienrauschen am Elsterstausee: MDR-Fernsehbeitrag vom Juli 2012
(5.7.2012) Das MDR Fernsehen hat dem Elend des vor sich hin wuchernden Elsterstausees einige Minuten Sendezeit geschenkt. “Neue Hoffnung für den Elsterstausee”, so der Titel des Beitrages. Ausgestrahlt wurde das 2:17 Minuten lange Video am 3. Juli um 11:45 Uhr in der Sendung “MDR um zwölf”.

Die Redaktion im Ankündigungstext zum Inhalt: “Der Elsterstausee ist Leipzigs ältester See. Doch der Grund ist durchlässig, deshalb ist kaum noch Wasser vorhanden. Ein Förderverein kämpft trotzdem für den See.” Hinweis: Beeilung beim Angucken kann sich lohnen, da nicht hinterlassen wurde, wann das Filmchen wieder “depubliziert” werden muss.
Zum Beitrag in der MDR-Mediathek
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Foto der Woche: Kanuparkschleuse, Markkleeberger See/Störmthaler See, 2. Juli 2012, 17.04 Uhr
(3.7.2012) Das Leipziger Neuseenland als Konkurrenz für die Brandenburger Gewässerplatte? Von diesem Traum mancher Verwalter ist die neue sächsische Uferregion noch weit entfernt – immerhin handelt es sich beim Revier rings um die Hauptstadt schlicht um die größte Binnengewässerregion Europas.


Wasserfahrstuhl für den ersten Kanal zwischen zwei Kohlegruben: Kanuparkschleuse. Foto: br

Aber: Auf dem Weg dahin sind die mitteldeutschen Seenmacher gerade in den letzten Jahren ein großes Stück vorangekommen. Jüngster Baustein: Die „Kanuparkschleuse“ zwischen Markkleeberger und Störmthaler See. Sie könnte noch 2012 fertig werden. Im Frühsommer hat der Wasserfahrstuhl nun einige seiner wichtigsten Bestandteile bekommen.

“Die Kanuparkschleuse zwischen dem Markkleeberger und dem Störmthaler See hat Mitte Juni ihre Tore erhalten“ hieß es dazu in der Juli-Ausgabe der „Markkleeberger Stadtnachrichten“. Per Kran seien die „tonnenschweren Flügeltüren eingehoben und montiert“ worden. Verantwortlich dafür: die Firma Stahlwasserbau Beeskow als Nachunternehmer der Firma Heilit Umwelttechnik.

Insgesamt drei Tore habe man dabei installiert, so die Verwaltung im Ortsblatt weiter. „Während das sogenannte Oberhaupt der Schleuse in Richtung Störmthaler See ein einflügeliges Tor mit einer Breite von 5,80 Meter und einer Höhe von 4,20 Meter erhielt, wurde am Unterhaupt der Schleuse in Richtung Markkleeberger See ein zweiflügeliges Tor mit einer Breite von jeweils 3,10 Meter und einer Höhe von rund 7,70 Meter eingebaut.“

Auch bei dieser Meldung durften ergänzende Hinweise zum gesamten Projekt nicht fehlen. Dazu der Autor mit dem Kürzel „dkr“, hinter dem sich Stadtsprecher Daniel Kreusch verbergen dürfte: „Der Bau der Kanuparkschleuse erfolgt im Rahmen der Parapgraphen 2 und 4 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung. Die Baukosten von zirka 4,66 Millionen Euro tragen der Freistaat Sachsen (rund 4,3 Millionen Euro) und der Bund. Bauherr ist die Stadt Markkleeberg, als Projektträgerin fungiert die LMBV. Die Kanuparkschleuse teilt den Verbindungskanal zwischen dem Markkleeberger und dem Störmthaler See, dessen Bett aus Wasserbausteinen den geplanten Gewässerverbund bereits seit einigen Jahren ankündigte, in zwei Abschnitte. Der insgesamt 850 Meter lange Wasserweg wird die erste künstlich angelegte schiffbare Verbindung im Leipziger Neuseenland sein.“
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"Leipziger Auwaldschutz jetzt!" - Online-Petition gegen Motorboote
(20.6.2012) Noch rund 160 Tage läuft sie, die Petition „Leipziger Auwaldschutz jetzt!“. Die Unterschriftensammlung richtet sich gegen Motorboote auf Leipziger Gewässern. Ziel der Aktion: Der sächsische Landtag. Initiator ist ein Leipziger namens Wolfgang Stoiber.

Gestartet wurde das Unterfangen beim altbekannten Portal openpetition.de. Zum Anliegen heißt es von den Organisatoren: „Wir sind für einen sanften und naturverträglichen Tourismus, der die einzigartige Natur des Leipziger Auwaldes mit seiner schützenswerten Pflanzen und Tierwelt für uns und nachfolgende Generationen in seiner noch bestehenden Schönheit und Einzigartigkeit respektiert, erhält, pflegt und genießt.“

Wenn es um kraftstoffbetriebene Motorboote auf den Leipziger Gewässern geht, sei man aber dagegen – insbesondere auf dem Floßgraben, im Auwald sowie auf dem Cospudener See. Daher spreche man sich gegen die Erklärung der Schiffbarkeit auf diesen Gewässern aus.


Proteste gegen Motoren auf dem Floßgraben sind nichts Neues - es gab auch anonyme. Foto: br

Das Hauptargument in der Petitions-Begründung: Schutz des einmaligen Leipziger Auwaldes – auch weil zum Beispiel der Cospudener See auf schon ehemaligem Auwaldgebiet liegt. Stattdessen fordern die Petitionisten die „Entwicklung eines Konzeptes für sanften, naturnahen und ökologischen nachhaltigen Tourismus“.

Der MDR hatte dem Aufruf am 19. Juni zwei Fernsehminuten gewidmet. Am Morgen des 20. Juni hatte der Netzaufruf insgesamt 996 Unterstützer – 862 kamen aus Sachsen. Unterschriften können noch bis zum 29. November 2012 eingereicht werden.
Zur Petition
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Schiffsanleger Störmthaler See
(5.6.2012) Am Störmthaler See sind scheinbar die Anleger für die zukünftige Schifffahrtslinie fertig gestellt worden. Dies geht aus einer Meldung der Gemeindeverwaltung Großpösna hervor. Drei Landepunkte soll es geben. Anleger eins ist laut Karte am Kanal zum Markkleeberger See zu finden; Nummer zwei in Güldengossa. Rampe drei ist in Störmthal gewachsen.

”Nur noch fünfzig Zentimeter fehlen am Endwasserstand des Störmthaler Sees” heißt es in der Meldung der Dorfoberen weiter. Bald werde “das Befahren mit zunächst muskelbetriebenen Booten und einer Personenschifffahrt” möglich sein. Trotz schnell steigendem Wasser und fehlenden Fördermöglichkeiten sei es gelungen, die drei Schiffsanleger für die künftige Schifffahrt noch im Trockenen zu bauen. Der Endwasserstand könnte im September erreicht sein.
Zur Meldung bei grosspoesna.de
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Deichbaumfällungen, Auwald, Hochwasser, Tornadoerlass, Klage: Das Leipziger Kettensägenmassaker im "Länderreport"
(3.6.2012) Die jüngsten Hochwasserschutzmaßnahmen im Leipziger Auwald und die damit einhergehenden massiven Baumfällungen sind heftig umstritten. Aus dem Disput ist mittlerweile eine Klage vor Gericht geworden. Nachdem sich die messestädtischen Medien bei dem Thema mittlerweile auffällig zurückhaltend zeigen, hat sich Deutschlandradio Kultur im Mai in einer halbstündigen Reportage mit den verschiedenen Ebenen dieser Auseinandersetzung beschäftigt.


Frisch rasiert: Elsterbecken nach der ersten Rodungswelle Februar 2011. Foto: Bernd Reiher

Entstanden ist der Beitrag für die Reihe „Länderreport“. Autorin war Annegret Faber. „Die Macht von Tornados und Erlassen – gefällte Bäume und ein Rechtsstreit in Dresden“, so der von ihr für die Produktion gewählte Titel.

Faber im Ankündigungstext zum Inhalt: „In Dresden streiten Bürger und Verwaltung um viele Bäume. Der Anlass: Zum Schutz der Deiche sollen Tausende Bäume gefällt werden. Anwohner und Naturschützer aber können den Sinn und den Nutzen nicht erkennen und warnen vielmehr vor dem Schaden für die Umwelt. Da fallen Bäume einfach so um. Erst durch die Macht eines Tornados, dann auf Weisung von Menschen. Im Freistaat Sachsen sorgen diese seit Monaten anhaltenden ‘Baumfällungen auf menschliche Weisung’ zu einem neuen Begriff im Volksmund: Tornadoerlass. Die Grüne Liga (Sachsen) klagte beim Bundesverwaltungsgericht gegen den Fällerlass, der vom Sächsischen Umweltministerium Deichsicherungserlass genannt wird.“

Zu Wort kommen in diesem Bericht unter anderem: Nico Singer vom Ökolöwen, die Leiterin des Leipziger Umweltamtes Freifrau von Fritsch, die Bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Gisela Kallenbach, Prof. Martin Socher vom sächsischen Umweltministerium und der für die Grüne Liga klagende Leipziger Rechtsanwalt Wolfram Günter. Nichts zu hören ist indes vom Leiter der Talsperrenverwaltung Untere Pleiße, Axel Bobbe. Er habe über Monate keine Zeit für ein Interview gefunden, heißt es in der Sendung. Die Rodung sei schon ein Jahr her und Schnee von gestern, habe Bobbe am Telefon gemeint. Ob es keine besseren Themen gebe, habe er die Redakteurin weiter gefragt.

Rechtsanwalt Wolfram Günter sagte in der Reportage über die Gründe für die Klage: „Das ist ein absolutes Unding, nach dem demokratischen Rechtsstaat. Also wenn man sich schon allein die Grundlagen des Staates anguckt, mit gesetzgebender Gewalt und Verwaltung als ausführende Gewalt, der Basis des Rechtsstaats überhaupt, ist völlig klar, dass die Verwaltung Recht anzuwenden hat. Das ist ihre Aufgabe. Aber die kann sich nicht selbst einen Erlass schreiben, Gesetze gelten für uns nicht. Das hat sie aber gemacht hier in Sachsen.“ Der Tornadoerlass würde Kompetenzen überschreiten und sei ganz klar „für sich genommen schon ein völlig unglaubliches Vorgehen“, so Günter weiter.

Eine Milliarde Euro seien bis 2020 für Hochwasserschutzmaßnahmen in Sachsen vorgesehen, heißt es im Beitrag schließlich. Geht es dabei nur um Bürgerschutz oder könnte es sich bei den Investitionen auch um ein verborgenes Konjunkturprogramm handeln? Auch diese Frage wird gestriffen, bleibt letztlich aber ungeklärt. Bei ihrer Arbeit hat die Redakteurin jedoch auch ein bislang noch wenig beleuchtetes Detail dieses Verwaltungsvorganges ins Licht der Öffentlichkeit gebracht. Faber im Manuskript: „Der Anlass für die radikalen Baumfällungen war eine Deichabsenkung, die angeblich durch das Hochwasser 2011 entstanden sein soll. Diese Absenkung wird aber bereits im Hochwasserschutzkonzept des Jahres 2005 festgestellt. Der triftige Grund, schnell zu handeln, war also schon über sechs Jahre alt.“
Beitrag Download
Manuskript zur Sendung
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Foto der Woche: Karl-Heine-Kanal, Leipzig, Neuseenland, 17. Mai 2012, 21.43 Uhr
(18.5.2012) In blaue Lichtstrahlen gehüllt wird sie seit einigen Tagen immer abends ab Sonnenuntergang, die Fußgängerbrücke zwischen Gießer- und Engertstraße über den Karl-Heine-Kanal. Verantwortlich dafür ist eine Licht-Installation, die im Rahmen eines EU-Projektes zur Revitalisierung urbaner Gewässer entstand. Mit ihr soll die Aufenthaltsqualität an der einstigen Industriewasserstraße in den Abendstunden verbessert werden.


Neue Lichter am Karl-Heine-Kanal: Fußgängerbrücke nächtens jetzt teilblau. Foto: berndreiher

Offiziell der Öffentlichkeit übergeben wurde das Leucht-Zeichen scheinbar bei einem Presse-Termin am 14. Mai. Federführende Organisatorinnen sollen laut Medienberichten die Leipziger Soziologie-Wissenschaftlerinnen Professor Sylke Nissen und Karin Lange gewesen sein. Ihnen standen bei der Umsetzung unter anderem die Leipziger Stadtverwaltung und die messestädtischen Stadtwerke als Partner zur Seite.

Die jetzt nächtens blau angestrahlte Fußgängerbrücke soll Ende des 19. Jahrhunderts im Rahmen der Industrialisierung des Leipziger Westens entstanden sein. Ursprünglicher Zweck: Bahnbrücke für das einstige Werk-Gleis „P1“.
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Per Straßenbahn vom Hauptbahnhof direkt zum Markkleeberger See: Absage wird heftig diskutiert
(9.5.2012) Nach der jüngsten Entscheidung gegen die Verlängerung der Straßenbahnlinie 11 in Markkleeberg-Ost wird in der Zwei-Seen-Stadt weiter über das Für und Wider einer Tramanbindung des Markkleebergers Sees gestritten. Einer der öffentlichen Austragungsorte dieser Debatte ist die Mai-Ausgabe der „Markkleeberger Stadtnachrichten“. CDU, Die Linke und SPD nutzten im Wonnemonat ihr Fenster für „Parteienwerbung“, um ihre Argumente darzulegen.

Erwartungsgemäß weiterhin für eine Verlängerung bis an die Seepromenade sprach sich dabei die Ortsgruppe der Sozialdemokraten aus. Karsten Schütze: „Der Markkleeberger Stadtrat hat sich mehrheitlich gegen eine Verlängerung der Linie 11 entschieden. Dies hat uns überrascht, da es im Vorfeld in den Ausschüssen keine Anzeichen für eine Ablehnung gab. Dabei hätte die LVB die Finanzierung übernommen. Zu deren Verkehrskonzept gehört auch ein Stadtbus, der alle Markkleeberger Ortsteile verbindet.“ Die Bedenken in puncto Lärm seien ernst zu nehmen, dürften das Vorhaben aber nicht verhindern. Für die Neugestaltung des Schillerplatzes würden sich vollkommen neue Perspektiven ergeben.

Schütze schließlich: „Die Verlängerung der Linie 11 würde für die gesamte Region einen Gewinn darstellen. Die Markkleeberger SPD ruft daher die anderer Parteien zum Einlenken auf. Die getroffene Entscheidung darf nicht die endgültige Entscheidung sein.“

„Gegen eine Verlängerung der Straßenbahnlinie 11“ hieß es hingegen auch im Ortsblatt von den Christdemokraten. Absender der CDU-Stellungnahme war Oliver Fritzsche. Er schrieb zu den Hintergründen des „Nein“ aus seiner Partei: „Die CDU-Fraktion hat ihre Position sorgfältig abgewogen und sich gegen eine Verlängerung ausgesprochen. Die Hauptargumente dabei sind neben den hohen Investitionskosten von geschätzten drei Millionen Euro für eine Strecke von 400 Metern ebenso der nötige Eingriff in ein mit viel Fördergeld hergerichteten Parkplatz sowie die verkehrliche Verdichtung im Bereich Seepromenade. Konflikte zwischen Fußgängern, Radfahrern, Autofahrer und Straßenbahn sind vorprogrammiert.“

Was an dieser CDU-Argumentation vor allem stutzig macht: Nach Angaben von LVB und Landratsamt ist der Parkplatz an der Seepromenade so angelegt, dass er im Bedarfsfall auch problemlos zur Straßenbahnwendestelle erweitert werden kann – die hier eingesetzten Fördermittel kommen also erst richtig zum Tragen, wenn auch die zweite Ausbaustufe realisiert wird.

Da dieser Umstand auch den Markkleeberger Christdemokraten nicht verborgen geblieben sein dürfte, ist nicht nur ihre Haltung fraglich – immerhin riskieren sie so bei der Blockade mittels Fördermittelargument ein saftiges Eigentor. Verwunderlich ist auch, warum sie mit dieser sehr eigenen Lesart der Sachlage auch noch die Öffentlichkeit verwirren.

Wenig handfeste Absagegründe aber auch in den Zeilen der ebenfalls ablehnenden Partei Die Linke. Die Genossen wiederum stören sich weder an der Quelle noch an der Idee an sich, sondern eher an der bisherigen Herangehensweise bei der Umsetzung. „Unsere Bürger haben einen Anspruch auf eine solide Information zum Sachverhalt und zur Entscheidungssituation der Stadträte, um sich ein eigenes Urteil bilden zu können“ heißt es von ihnen zum Thema im Ortsblatt.

Dabei erinnert die Linke aber auch an den Ursprung des Vorhabens: Ausgangspunkt sei ein Bundesprojekt zur Förderung von Elektromobilität gewesen. Darin seien aber nur Elektrobusse und keine Straßenbahnen vorgesehen.

Die LVB hätten nun für Markkleeberg eine Projektidee mit Elektrobussen zwischen Ost und West sowie bis nach Connewitz erarbeitet – darin ebenfalls enthalten: jene Verlängerung der Straßenbahnlinie 11 bis an den See. Am 21. März sei dem Stadtrat aber nicht dieses erwartete Gesamtkonzept, sondern „völlig isoliert“ nur die Verlängerung der Linie 11 zur Entscheidung vorgelegt worden – zudem noch ohne bindende Aussage, wie die 2,5 bis 3,0 Millionen Euro Investitionskosten dafür finanziert werden sollen.

Das Fazit der Genossen deshalb: „Das mussten verantwortlich denkende Stadträte ablehnen, zumal bei dem sehr ungünstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis.“ Darin sehen sie offenkundige Widersprüche und rufen zunächst nach einem verbindlichen „Elektromobilitätskonzept als Ganzes“.

Heißt unter´m Strich: In Markkleeberg scheinen weiter zwischenparteiliche Grabenkämpfe dafür zu sorgen, dass interessante Vorhaben in der Schublade liegen bleiben. Weil die eine Seite es nicht schafft, ihre Ideen glaubhaft zu präsentieren, blockiert die andere aufgrund mangelnder Transparenz – ein Spielchen, das wir so oder ähnlich schon aus früheren Tagen kennen. Dumm nur, dass dadurch ein Projekt ausgebremst wird, von dem die gesamte Messestadtregion profitieren könnte.

Vom Hauptbahnhof mit der Straßenbahn bis an den Markkleeberger See – die Gegenargumente sind nicht so stichhaltig, als dass sie nicht aus der Welt geschafft werden könnten. Was nötig ist, um zusammen zu kommen, ist lediglich Kompromissbereitschaft auf allen Seiten. Wir hoffen bei den Markkleeberger Stadträten auf die dafür nötige Intelligenz.
Stellungnahmen im PDF der Stadtnachrichten
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Neues Leipziger Seenland: Milliarden, Millionen, Paragraph 4
(26.4.2012) 1,8 Milliarden Euro sind nach Angaben des Regionalen Planungsverbandes bisher in die Braunkohlesanierung in Westsachsen geflossen. Die Zahl wurde Mitte April bekannt. Sie unterstützt eine frühere Aussage von Markkleebergs Oberbürgermeister Klose – erinnert aber auch an ein Ereignis, das sich im Jahr 2009 zugetragen hat.

Damals tauchte die Idee eines Golfhotels für den Cospudener See an den neuen Ufern des Neuseenlandes auf. Das Projekt war umstritten. Auf einer Diskussionsveranstaltung verteidigte das Stadtoberhaupt das Vorhaben sinngemäß mit dem Argument, dass zwei Milliarden Euro nicht in die Hand genommen worden wären, um danach Trampelpfade um die Seen zu haben.

Letztlich konnte die Veranstaltung nicht als Sternstunde der Befürworter dieser Idee verbucht werden. Unter anderem weil dabei bekannt wurde, dass die angeblich mit diesem Investor einmalig gegebene Chance am Ende kaum mehr als eine Luftnummer war. Er selbst wollte nur einen Teil des Projektes aus der eigenen Tasche finanzieren – für große Anteile jedoch sollten Fördermittel fließen.

Solche Gelder kommen im neuen Leipziger Seenland zumeist aus dem Topf für sogenannte Paragraph-4-Maßnahmen. Dahinter verbirgt sich ein Bund-Länder-Abkommen zur Braunkohlesanierung – sprich: ein Regelwerk für den Wiederaufbau nach dem Tagebau. Derzeit wiederum wird verhandelt, wie es mit den Paragraph-4-Maßnahmen zukünftig weitergehen soll. Auf dem Wunschzettel der Seenverwalter und -planer stehen weitere rund 30 Millionen Euro.

Nachdem man sich Ende 2011 bei diesen Unterredungen schon auf einem guten Weg sah, gab es am 16. April 2012 eine Informationsrundfahrt für Politiker, Entscheider und Medienleute an die neuen Ufer der Messestadtregion – um über die bisherige Verwendung zu informieren und für diesen dringend benötigten Nachschlag zu werben.

Was diese Exkursion brachte und wie sie sich auf den Ausgang der Verhandlungen über weitere Paragraph-4-Mittel auswirken wird, ist derzeit noch offen. Fakt jedoch ist: Sollte der Finanznachschub gewährt werden, zumal in voller Höhe, wäre das sicher ein Grund zum Jubeln, denn nach jahrzehntelangem Raubbau ist an den Kohlelöchern rings um Leipzig auch heute noch einiges zu tun.

Andererseits müsste dieser Geldsegen aber auch als ein Signal verstanden werden, aufmerksam zu bleiben: Eben nicht nur mit der Verwaltung den Zuschlag zu beklatschen, sondern – gerade nach solchen Erfahrungen wie mit dem Golfhotel – ihr auch weiter auf die Finger zu gucken, was sie letztendlich daraus macht.
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Zitat der Woche: OBM Simone Luedtke bei MDR 1 Radio Sachsen über Tourismus in Borna und Neuseenland
(18.4.2012) „Ich muss sagen, wir sind zwar die Kommune mit den meisten Seen, aber den Verbund – diese Vernetzung mit den Seen für die Boote – das wird bei uns nie erreichbar sein, das funktioniert bei uns nicht“ sagte die Oberbürgermeisterin der Stadt Borna, Simone Luedtke, am 13. April bei MDR 1 Radio Sachsen.


Naturnah bei Borna aber nicht für Neuseenland: Bockwitzer See. Foto: Bernd Reiher/3_2011

Hintergrund: Die Seen-Kommune an der Wyhra ist kein Mitglied im Tourismusverein Leipziger Neuseenland – und will daran scheinbar auch gar nichts ändern. Man sei schon seit zwanzig Jahren im Fremdenverkehrsverband Kohrener Land aktiv und wolle das auch bleiben, so die Vorsteherin des 20.000 Seelen-Städtchens im Gespräch mit dem Heimatsender. Zwei Mitgliedschaften in Tourismusvereinen kämen nicht in Frage.

An den Bornaer Gewässern setze man mehr auf den ruhigen Tourismus - dass man wandern und spazieren gehen kann, hieß es von Luedtke weiter. Alle, die mit Inlineskates fahren wollten, könnten das in Markkleeberg oder Zwenkau tun. Menschen hingegen, die Natur genießen wöllten, die „kommen zu uns“, so die Bürgermeisterin schließlich. Sprich: Nach Borna.

Nachtrag, 18. April, 22.27 Uhr: Im RSS-Feed von MDR 1 Radio Sachsen lautete der Aufmacher zu diesem Beitrag übrigens “Hat Borna kein Interesse an Touristen?” Diese Überschrift kann als “eher unglücklich gewählt” eingestuft werden, weil eine Vorbewertung stattfindet, die vom Inhalt des Beitrages nicht gedeckt wird.

Erstens hat OBM Simone Luedtke in ihren Worten durchaus Interesse am Tourismus signalisiert, nur dass der eher der ruhigeren Natur sein darf. Zweitens erweckt die Überschrift den falschen Eindruck, dass eine Kommune, die auf “sanften Tourismus” setzt, gleichzeitig auch schlechtere Karten hat.

Warum Autor und Sender sich zu so verzerrend markigen Einleitungsworten hinreißen ließen, darf geklärt werden. Streng genommen hat hier jemand vergessen, dass Reporter mit öffentlich-rechtlichem Auftrag vor allem der objektiven und neutralen Berichterstattung verpflichtet sind.
Zum Beitrag bei MDR 1 Radio Sachsen (Netzverweildauer unbekannt)
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Rathausmeldung: Weiße Elster, Leipzig/Neuseenland, Abriss Brücke Buntgarnwerke
(11.4.2012) Die von der Nonnenstraße aus zugängliche Brücke auf dem Gelände der ehemaligen Buntgarnwerke wird wohl bald Geschichte sein. Das Bauwerk befindet sich in Privatbesitz. Wie das messestädtische Dezernat für Stadtentwicklung und Bau am 10. April mitteilte, muss es abgerissen werden. Grund: Der Bauzustand.


Nach 105 Jahren ein Fall für die Tonne: Elster-Brücke Buntgarnwerke. Foto: Bernd Reiher/2011

Die Stadtverwaltung in der Mitteilung vom Dienstag über die Geschichte des scheinbar unrettbaren Überleiters: „Die 1907 errichtete Brücke war ursprünglich Teil des Eisenbahnanschlusses der Buntgarnwerke. Über sie konnte das auf Schleußiger Seite gelegene Werksgelände erreicht werden. Nach der Einstellung des Eisenbahnverkehrs diente sie als Fußgängerbrücke. Seit längerer Zeit war sie gesperrt. Um eine Gefährdung des Bootsverkehrs auf der Weißen Elster durch herabfallende Teile zu vermeiden, veranlasste einer der Eigentümer die Anbringung von Schutznetzen.“

Ein Bauzustandsgutachten und eine Kostenberechnung durch ein unabhängiges Büro hätten dann ergeben, dass eine Sanierung der Brücke für die Eigentümer unzumutbar ist. Ein baldiger Abbruch der Eisenbahnbrücke sei unumgänglich.

Über den Zeitpunkt der Abrissarbeiten wurden keine Angaben gemacht. Auch gab es keine Informationen, ob und welche Einschränkungen es während der Rückbaumaßnahme für den Bootsverkehr auf der Weißen Elster geben wird.
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Verpasste Chance am Markkleeberger See: Grüne Kritik an Entscheidung gegen Verlängerung Straßenbahnlinie 11
(10.4.2012) Die Markkleeberger Ortsgruppe der Grünen ist von der Entscheidung gegen die Verlängerung der Straßenbahnlinie 11 bis an den Markkleeberger See nur mäßig begeistert. Der Stadtrat der Pleißekommune hatte am 21. März den Schienenanschluss für das Gewässer mit knapper Mehrheit abgelehnt. Aus Sicht der Grünen ist das jedoch eine fatale Fehlentscheidung.

„Man hat hier provinzialem Denken den Vorzug gegenüber einer nachhaltigen Entwicklung eingeräumt, von der nicht nur die Markkleeberger profitieren könnten, sondern auch das Umland und der gesamte Tourismus in der Region“, so Ortsverbands-Sprecher Tommy Penk in der April-Ausgabe der "Markkleeberger Stadtnachrichten".

Laut Ortsblattangaben der Umweltaktivisten habe eine Umfrage unter Gastronomen am Markkleeberger See ergeben: Gerade die Wirte würden sich von einer Verlängerung der Straßenbahnlinie Vorteile erhoffen. Trotz dieses Hintergrundes sehen die Markkleeberger Grünen in diesem ÖPNV-Ausbauvorhaben aber nicht nur wirtschaftliche Effekte. „Eine bequeme Mobilität würde für ein modernes Markkleeberg sorgen und in die Region ausstrahlen“, so die Ortsgruppe in den „Stadtnachrichten“ weiter. Dennoch sei die Idee der LVB abgelehnt worden – obwohl auf die Stadt keine Kosten zukommen würden. Ob die Verkehrsbetriebe das Projekt jetzt trotzdem angehen würden, sei derzeit fraglich.

SPD und Grüne hätten dem Antrag zugestimmt – abgelehnt worden sei er von CDU, FDP und Die Linke. Aus Sicht der Öko-Partei müssten die Folgen nun „die hiesigen Unternehmen, Seenbesucher und mobilitätseingeschränkten Menschen tragen, die auf eine Besserung der Situation gehofft hatten“.

Schade ist es angesichts dieses Ausganges aber auch um die bisher schon für dieses Vorhaben getätigten Vorarbeiten. Schließlich ist der Parkplatz an der Seepromenade in Markkleeberg-Ost schon so gestaltet, dass er im Fall des Falles problemlos zur Straßenbahnend- und Wendestelle umgestaltet werden kann.
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Zitat der Woche: Wirtschaftsmagazin "Regjo" und die "Krysta" auf dem Störmthaler See
(04.04.2012) „Wenn die Füße nass werden, sagen Sie Bescheid, dann müssen wir nämlich alle das Boot verlassen“, heißt es von Maja Albrecht in der März-Ausgabe des Wirtschafts- und Kulturmagazines „Regjo“. Der Satz ist natürlich ironisch gemeint – gesprochen wurde er scheinbar anlässlich einer jener Bootstouren, die seit einiger Zeit mit der „Krysta“ auf dem Störmthaler See zu erleben sind. "Krysta" ist ein Amphibienfahrzeug mit der Typenbezeichnung "DUKW 353". Albrecht scheint bei den Ausflügen eine der Begleiterinnen zu sein.


Amphibienfahrzeug "Krysta" auf der Freizeitmesse "Beach and Boat" 2012. Foto: Bernd Reiher

Die Land- und Wassergänge mit der „Krysta“ sorgen dabei nicht nur für Begeisterung – wie lange das ehemalige Militärfahrzeug noch in See stechen kann, scheint derzeit in den Sternen zu stehen. „Regjo“ zufolge seien Ausflüge mit dem Mannschaftstransporter voraussichtlich nur noch in diesem Jahr möglich. Für die Saison 2012 sei aber Verstärkung vorgesehen – dann soll laut Kulturmagazin auch das „extrem geländegängige Gefährt Argo“ zum Einsatz kommen.

Ob das der Beliebtheit von solcher Art Wassertourismus vor Ort zuträglich ist, muss erst noch bewiesen werden. „Regjo“ zu den bisherigen Eindrücken eines Landganges mit der „Krysta“: „Je näher das Schiff dem Ufer kommt, umso mehr Unruhe macht sich dort breit.“ Das Gefährt drossele das Tempo nicht, sondern verlasse das Wasser und fahre an Land einfach weiter.

Ein direkter Link zum Artikel war bisher nicht zu finden. Als Print-Variante erscheint das Magazin “Regjo” scheinbar vierteljährlich – Ausgabe 1/2012 kam im März. Der Bezugspreis liegt bei 4,90 Euro. “Regjo” im Netz: www.regjo-halleleipzig.de.

“Krysta”-Info, Termine und Buchung:
www.amphibientour.de
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Kurznotiz: "Beach & Boat" 2012 - Erster Messetag
(17.2.2012) Seit Donnerstag und noch bis Sonntag wird auf dem Neuen Messegelände die vierte Ausgabe der Wassersportmesse „Beach & Boat“ gefeiert. Das Besucheraufkommen am ersten Tag war übersichtlich. Das allerdings war auch bei den drei vorherigen Ausgaben nicht anders. Der Donnerstag ist eben ein Arbeitstag. Die großen Besucherströme rollen am Wochenende. Dann, wenn auch auf der großen gleichzeitig stattfindenden Rahmen-Messe „Haus Garten Freizeit“ die Bude brummt.


Nu, wo ist Brennstoffzelle? Bis Sonntag auf der Messe. Fritz Kayser an seinem Boot. Foto: br

Welches Zeugnis das für das maritime Interesse der Leipziger ist, muss an anderer Stelle bewertet werden. Fakt aber ist: Durch die nur teilgefüllten Gänge war an den Ständen viel Zeit für ausgedehnte Gespräche. Dadurch zeigte sich die „Beach & Boat“ wieder von jener Seite, für die wir sie seit ihren Anfängen lieben: Als Klassentreffen der Neuseenlandgestalter und damit prall gefülltes Wissensbecken, dem man die Informationen nur noch abschöpfen muss. Unsere Angel bestand aus Notizblock und Mikrofon.

Entstanden sind beim diesjährigen Besuch unter anderem wieder Interviews mit Bernd Herold und Fritz Kayser-Mosebach. Der Bootsmann aus der Antonienstraße wurde unter anderem zu seiner Sicht auf die letzten fünf Jahre der Entwicklung der Wasserstadt Leipzig befragt. Kayser-Mosebach beschrieb sein Brennstoffzellenboot, das er für das Leipziger Neuseenland entwickelt hat und er auch auf der Messe bestaunen lässt. Außerdem berichtete er vom aktuellen Stand der Dinge seiner Aktivitäten in Zwenkau und am Hainer See.

Ebenfalls gesprochen haben wir mit Jörg Albrecht. Der Solarboot-Pionier vom Berliner Ingenieur-Büro “Techno Consult” war und ist auf der Messe mit einer eigenen Konstruktion und Vorträgen zu alternativen Bootsantrieben zu erleben. Im Gespräch mit ihm ging es um die Frage, warum alternative Antriebe es trotz explodierender Spritpreise, Motorenlärm und Dieselrußerei bei den konventionellen Arten immer noch so schwer haben, sich durchzusetzen. Nebenbei kam heraus, dass auch Albrecht in grauer Vorzeit an der Entwicklung des LeipzigBootes beteiligt war. Das Interview mit ihm wird wie die anderen im Nachgang zur Verfügung gestellt.

Was es noch Neues gab am ersten Tag der „Beach & Boat“ 2012? Natürlich: Die Potenzialanalyse für die Machbarkeit eines kompletten Elster-Saale-Kanales wurde vorgestellt. Präsentiert wurde sie am Nachmittag beim Seenland-Kongress. Das völlig unerwartete Ergebnis: Ja, eine Realisation kostet viel Geld. Aber einmal umgesetzt würde dieses Projekt ein beachtliches Tourismus-Potenzial für ganz Mitteldeutschland mit sich bringen. Näheres wird sicher den Edelfedern der Tagespresse-Redaktionen zu entnehmen sein.

Auf der eigentlichen Messe waren ansonsten erstaunlich viele altbekannte Aussteller-Namen zu sehen. Frage daher: Lohnt sich ein Besuch der „Beach & Boat“ 2012 überhaupt? Die Antwort lautet dennoch: „Unbedingt“. Wenn das maritime Bewusstsein der Leipziger momentan noch hinkt – dann wird es Zeit, aufzuwachen. Die Messemetropole erlebt derzeit einen enormen Wandel hin zu einer Wasserstadt. Von den dahintersteckenden gewaltigen Triebkräften auch nur einen Hauch zu erkennen, dafür kann diese Schau eine perfekte Plattform sein – wenn man sich nicht vom bunten Trubel auf dem „Beach & Boat“-Pool ablenken lässt.
"Kurznotiz" im Blog
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